183 Meter – am höchsten Punkt von Linz

Wo liegt eigentlich der höchste Punkt der City? Am Terminal Tower? Oder am Neuen Dom? Falsch: Es ist der Kamin des LINZ AG-Fernheizkraftwerks.Wir wagten uns auf den 183 Meter hohen Bau. Der 1969 errichtete Schornstein bietet einen gewaltigen Ausblick über die Stadt – und ist absolut nix für Schwindelfreie.

Blick Richtung Süden zur voestalpine – aus 183 Metern Höhe

Blick Richtung Süden zur voestalpine – aus 183 Metern Höhe

Genau sechs Minuten dauert die Fahrt auf den höchsten Punkt der Stadt: Fünf Leute pressen sich in dem Mini-Drahtkäfig, der sich an der Innenwand des Kamins in die Höhe quält, aneinander. Durch den Gitterboden fühlt man sich trotz Aufwärtsfahrt ständig wie im freien Fall. Die Endhaltestelle liegt auf knapp 170 Metern, das letzte Stück kraxeln wir auf einer engen Metall-Wendeltreppe hoch. Durch einen Metallverhau schlurfen wir dann hinaus auf den höchsten Punkt des Kamins – und plötzlich stehen wir ganz oben: 183 Meter über Linz. Da können weder der Terminal Tower am Hauptbahnhof (99 Meter), noch der Gasometer der voestalpine (102 Meter) und auch nicht der Neue Dom (135 Meter) mithalten. Der höchste Wolkenkratzer Österreichs, der DC Tower in Wien, kommt mit seinen 220 Metern auch nicht viel höher hinaus.

Der Blick Richtung City – der Neue Dom mit seinen 135 Metern wirkt als Winzling

Der Blick Richtung City – der Neue Dom mit seinen 135 Metern wirkt als Winzling

Gerade mal vier Meter hat der oberste Teil des Kamins im Durchmesser und der Wind pfeift uns um die Ohren. Der Ausblick? Gewaltig: Hinter uns die Donau, im Süden die unzähligen Rauch- und Dampffahnen der voestalpine und westlich das City-Zentrum. Eingerahmt wird die atemberaubende Szenerie von den schneebedeckten Hügeln rund um Linz, denen wir quasi in Augenhöhe gegenüberstehen.

Am Horizont: die schneebedeckten Hügeln rund um Linz

Am Horizont: die schneebedeckten Hügeln rund um Linz

Besonders imposant ist der Tiefblick, da man direkt an der Außenhaut des Kamins senkrecht hinunterschaut. Hm – das wäre sicher ein Paradies für Basejumper, denke ich mir spontan. Ob das denn schon mal jemand gewagt hat? “Nein noch nicht, weil hier natürlich alles gut abgesichert ist, aber versucht haben’s schon mal ein paar Leute”, grinst Harald Koll von der Linz AG, der mehrmals in der Woche hier heroben ist, um nach dem Rechten zu sehen.

183 Meter senkrecht nach unten: der beeindruckende Tiefblick

183 Meter senkrecht nach unten: der beeindruckende Tiefblick

Und was wird im Fernheizwerk Linz-Mitte eigentlich alles verheizt? Gas, Biomasse (Holz), Müll und Klärschlamm aus Asten. 400.000 Schüttraummeter Biomasse, 150.000 Tonnen Müll und 50.000 Tonnen Klärschlamm werden jährlich durch die Kesseln gejagt. Dank der hohen Temperaturen und der Filteranlagen gelangen aber keine nennenswerten Schadstoffe in die Atmosphäre, die streng überwachten Emissionsmengen liegen klar unter den erlaubten Grenzwerten. 63.247 Wohnungen im Großraum Linz hängen am Fernwärmenetz der LINZ AG, aber auch Strom wird hier produziert: Bis zu 230.000 Haushalte können im Vollbetrieb “elektrisiert” werden. Beeindruckende Zahlen, am meisten gestaunt haben wir aber über die Reise auf die Spitze dieser gewaltigen Betonnadel, die sich bei starkem Wind ganz oben bis zu zwei Meter hin- und herbewegt.
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Die 183 Meter hohe Betonnadel macht auch von unten einiges her

Weitere Infos: www.linzag.at

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