Maden, Eier, Tampons und Spritzen – was man sich in Linz so alles am Automaten ziehen kann

In den 1960ern kam es groß auf: das Automatenfieber. Danach wurde es viele Jahre wieder etwas ruhiger. Neuerdings kann man heute in Linz neben Coke Light, Kondomen und Zigaretten auch allerlei interessante Dinge beim Automaten kaufen. Etwa Maden, Tampons, Spritzen, Eier, Grillfleisch, Fahrradschläuche und vieles mehr. Kurz: Es geht in Richtung AUTOMATische Vollversorgung:

Iss was Gescheid’s!
Soferne man kein Angler ist, stellt sich bei diesem Automaten nur eine Frage: Essen oder als Haustiere liebgewinnen? Beim KÖDERAUTOMATEN des Angelshops Weitgasser (Welser Straße 15) warten possierliche Tauwürmer aus Kanada (2,40 Euro / bis 20cm groß) und wurlige Maden (ein Euro) auf neue Besitzer. Für die Mittelschicht bieten sich hingegen “Mittelgroße Würmer” um wohlfeile 1,90 an.

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Günstiger Kilopreis
Eine “abgespeckte” (hihi, Wortspiel) Version eines Automatenkauferlebnisses bietet diese Waage an der Promenade, die eigentlich ins Völkerkundemuseum gehört. Um nur 20 Cent sichert man sich eine Portion Frust (“Was, so fett?”) oder Lust (“Super, nur 100 Kilo – und das trotz Schuhen!”). Ein wahres Kleinod und Überbleibsel aus den 1970er-Jahren.

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Es ist nie zu spät für den Fleisch-o-mat
Spontan-Griller sind in der Lentia City bestens aufgehoben. lm dortigen Tiefgeschoß können sich Fleischtiger ihre Gelüste erfüllen: Käsekrainer um 4,20 Euro, Bauchfleisch um 2,50, Bratwürstl um 3,50 und Sauerkraut um zwei Euro: Ein Angebot, das alles andere als Wurscht ist.

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Eier
Wirklich lässig sind die Eier-Automaten, die man mittlerweile immer öfters findet: In der Further Straße (Zufahrt zum Pleschingersee) etwa gibt’s den Automat der “Microfarm”, dort bekommt man zehn Freilandeier um nur 3,50 Euro. Die Hendln laufen direkt daneben durch die Wiese, man kann die Produktion quasi live miterleben. Zusätzlich gibt’s sensationell gute Nudeln (500g um drei Euro).
Auch in Ebelsberg hat’s einen Eierautomat mit Freilandeiern direkt vom Bauern – der unschlagbar günstige Preis dort: zwei Euro für zehn Stückln. Tschüss Supermarkt, servus Direktvertrieb – we like!

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Kerzen ziehen
Kerzen to Go gibt’s am Friedhof in Urfahr. Die Auswahl? Rote Grabkerzen, rote Grabkerzen und – neu im Angebot – rote Grabkerzen. Um einen Euro ist das handliche das Trauerutensil zu haben – und das erfüllende Kauferlebnis trotz morbiden Umfelds gegeben.

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Schlauch dich doch!
“Wer sein Radl liebt, der schiebt” – oder er hat einen Patschen. In letzterem Fall leistet der “Schlauch-O-Mat” bei Radsport Kiesl in Linz-Dornach keine üblen Dienste. Rennradler werden dabei genauso wie City- oder Mountainbiker gummi-mäßig befriedigt. Um sieben Euro kann man sich hier rund um die Uhr einen Gummi ziehen. Nur reparieren muss die werte Kundschaft (noch) selber.

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Ein-Euro-Spritzer
Speziell suchtgiftaffine Linzer haben mit dem Einwegspritzen-Automaten an der Unteren Donaulände 10 ihre Freude: Um nur einen Euro gibt’s hier das Jaukerl-to-go. Die Gründe für den Automaten sind aber ziemlich STICHhaltig: Damit soll vor allem das Übertragen schwerer Krankheiten unter den Drogenabhängigen vermieden werden.

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Pizza ganz pronto
“Immer frisch gebacken” verspricht die BISTRO BOX in Puchenau, in der Waldeggstraße und auf der Linzer Uni. Und tatsächlich – nach Einwurf von 3,00  bzw. 3,30 Euro spuckt der ansprechend designte Automat ein frisch aufgeheiztes Käsebaguette oder ein Stück Pizza (Salami, Diavolo bzw. Schinken, auf der Uni auch Thunfisch) aus. Geschmacklich eher mau, kommt bei einer Pizza aus dem Blechkasten keine echte bellissimo Schlemmerstimmung auf.

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10-Cent-Feuer
“Burli, du hast zu wenig Feuer!” – wer sich in der Damenwelt mit derlei Abweisungen konfrontiert sieht, sollte stets ein Packl Zünder mit dabei haben. Die dazugehörigen Automaten gab’s vor 40 Jahren an jeder Straßenecke. Heute sind diese Kleinode der Selbstbedienungsautomatenkultur nahezu ausgestorben. Einer der letzten Zünderautomaten findet sich am Friedhof Urfahr. Sensationell der Preis: Um nur zehn Cent ist man mit dabei – eine Okassion, speziell für finanzschwache Zündler und halbstarke Raucher.

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Bargeldlos kaufen
Eine ganz spezielle Form von Vending sind die allseits bekannten Zeitungsentnahmetaschen. Offiziell ist zwar eine Kassa angebracht, benutzen tun diese jedoch nur – wenn überhaupt Ein-Cent-Münzen-Besitzer. Es handelt sich um den weltweit einzigen Verkaufsautomaten, der auch ohne Bezahlen funktioniert. Was für eine geniale Geschäftsidee!

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Hotelzimmer aus dem Automaten
Ein Hotel der anderen Art ist das Harrys Home in Linz-Auhof: Hier kann man rund um die Uhr per Automat einchecken. Der Zimmerschlüssel wartet in einem Minisafe, der sich nach dem Bezahlvorgang öffnet. Im zweiten Stock des Hauses findet sich ein weiterer Automat, bei dem man sich u.a. Gulaschsuppe in der Dose, Packl-Nudelsuppe, Hausschlapfen und Tampons ziehen kann. 

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