BestOff 2019: Die Kunstuni zu Gast im Ars Electronica Center

Von fiktiven Welten über Internet-Memes als poetische Organismen bis hin zur Soundinstallation, die bioelektrische Signale von Mikroorganismen in Klänge umwandelt: Unter dem Titel “BestOff 2019” präsentiert die Kunstuniversität Linz zwei Wochen lang Arbeiten ihrer Studierenden und Absolventen.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Linzer Kunstuni und im splace am Hauptplatz sowie im Ars Electronica Center. Im Zentrum der im Ars Electronica Center gezeigten Projekten steht die Kunst des Vorwegnehmens – realistische Szenarios, die in Zukunft blühen könnten. Die Ausstellung läuft von Mittwoch, den 9. bis Dienstag, den 22. Oktober 2019.

BestOff 2019 im Ars Electronica Center:

About sceptism and euphoria / Paul Eis (DE)
About scepticism and euphoria zeigt eine Welt, in der Menschen aufgrund neu erfundener Technologien keiner Arbeit mehr nachgehen müssen und trotzdem im Überfluss leben. Diese Situation führt schließlich zu einem gesellschaftlichen Stillstand. Eine kritisch und zugleich ironische Antwort des Künstlers auf städtebauliche Utopien der 1950-er und 1960-er Jahre, in denen technischer Fortschritt als Allheilmittel sämtliche Probleme angesehen wurde.

Visual Invisibility / Sara Kickmayer (AT)
Inspiriert von der Natur setzt sich Sara Kickmayer in ihrer Arbeit mit molekularen Technologien und deren Ästhetik auseinander.

Meme The Future / Thu Trang Eva Ha (AT/VN)
In ihrer Video-Arbeit versucht Thu Trang Eva Ha Internet-Memes als poetische, lebende Organismen darzustellen, die als Träger politischer Botschaften oder sexistischen und rassistischen Gedankenguts rasend schnell Verbreitung im World Wide Web finden.

Knotting the memory // Encoding the Khipu / Patricia Cadavid H. (CO)
Ein Khipu ist ein Gerät, das im alten Inkareich zur Verarbeitung von Informationen verwendet wurde. Dieses System war in der gesamten Andenregion weit verbreitet, bis zur spanischen Kolonisation, die einen Großteil der bestehenden Khipus verbot und zerstörte. Knotting the memory // Encoding the Khipu ist eine Hommage an den Khipu, bei der dieser als Instrument für die Interaktion und Erzeugung von experimentellem Live-Sound und Video verwendet wird.

Sonomatter / Sabina Hyoju Ahn (KR)
Sonomatter ist eine Soundinstallation und Performance, in der von Mikroorganismen ausgehende bioelektrische Signale in Sound umgewandelt werden.

Birnensaft / Verena Aigner (AT)
Schnell wechselnde Kameraeinstellungen zeigen eine Frau in einem dunklen Raum, die mit verschiedenen Gegenständen interagiert und dabei zusammenhanglose Sätze, begleitet von ausdrucksvoller Mimik, spricht. Ein an den Dadaismus angelehnter Kurzfilm, bei dem die Suche nach Sinnhaftigkeit im Vordergrund steht.
The forgotten generation / Victoria Berger (DE)
In dem 45-minütigen Dokumentarfilm widmet sich Victoria Berger am Beispiel Koreas dem Problem der Armutsgefährdung alter Menschen.

Sehr lauwarm / Lisa Maria Bickel (AT)
Im Mittelpunkt des Kurzfilms steht das Leben einer jungen Frau, die gemeinsam mit einer Freundin während des Sommers Getränke verkauft. Orientierungslos lässt sie sich durch den Sommer treiben und unternimmt dabei eine Reise zu sich selbst.
Newcomer / Ashkan Nematian (IR), Parisa Ghasemi (IR)
Der 15-minütige Kurzfilm Newcomer gibt den ZuseherInnen Einblick in das Leben eines iranischen Paares in Österreich. Der Besuch des aus seiner Heimat geflohenen Bruders der Frau löst einen Konflikt aus, der die Beziehung schlussendlich zerbrechen lässt.

Halima / Sarkaut Mostefa (IQ)
Halima ist eine junge Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn illegal nach Europa gekommen ist. Am Existenzminimum und hin- und hergerissen von persönlichen Konflikten versucht sie herauszufinden, wer die Entscheidungsträger bei Asylverfahren sind.

Fleischwochen / Joachim Iseni (AT)
Während der Fleischwochen wird am Hof der Feichmairs geschlachtet, produziert und zugleich ums finanzielle Überleben gekämpft. Die 81-jährige Hofbesitzerin Rosa Feichtmair kann den Betrieb nur mit finanzieller und physischer Unterstützung ihrer Tochter Margarete über Wasser halten. Aufgrund der enormen Doppelbelastung wird Margarete krank und hinterfragt ihre persönliche Zukunft sowie jene des Betriebs. Joachim Iseni dokumentiert den Konflikt innerhalb eines familiären Umfelds, das Festhalten an längst vergangenen Zeiten und Strukturen, die Belastung durch innere Konflikte und die damit verbundenen Probleme.

Fotocredit: Joachim Iseni

 

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