blue danube airport linz im Aufwind: plus 2,2 Prozent mehr Passagiere

Pünktlich zum Jahresbeginn präsentierte der blue danube airport linz seine Passagierzahlen vom abgelaufenen Jahr: Mit 561.080 Fluggästen konnte trotz schwierigem Umfeld ein Plus von 2,2 Prozent erzielt werden. Flughafen-Direktor Gerhard Kunesch sieht auch dem Jahr 2015 positiv entgegen.

Besonders dick fällt das Plus im Linienverkehr aus: 363.477 (+6,03 Prozent) Passagiere konnten 2014 hier abgefertigt werden. Das Minus im Charterverkehr (193.356 / -5,04 Prozent) wurde damit mehr als wettgemacht. Der Charterrückgang erklärt sich vor allem mit dem nach wie vor schwierigen Markt in Ägypten. Auch bei den Flugbewegungen gab es im Vorjahr eine merkliche Steigerung von 1,96 Prozent: Auf der Linie gab es 8.684 Starts und Landungen (+3,79 Prozent), im Charter 1.694 (-5,94 Prozent).

Gerhard Kunesch – heuer feiert der blue danube airport sein 60-jähriges Jubiläum. Ihr persönlicher Rückblick?
In den letzten 60 Jahren haben wir  den reinen Regionalflughafen zu einem erfolgreichen und ganzheitlichen Luftverkehrsdienstleister entwickelt. Mehr als 100 Partnerfirmen bilden aktuell den größten Wirtschaftspark OÖs, rund 1.200 Menschen sind hier tätig. Wir sind daher nicht nur Dienstleister, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region.

Welche Aktivitäten und Schwerpunkte  wird es 2015 geben?
Beginnen werden im Februar 2015 mit dem Linzer Luftfahrttag. Er steht unter dem Motto „Zukunft gestalten“ und wird mit hochkarätigen Referenten besetzt sein. Im Juni werden die Krone OÖ und die Eventagentur KOOP einen 5km-Nachtlauf auf der Runway veranstalten. Fix geplant ist im Oktober ein Tag der offenen Türe am Flughafen, weitere Highlights sind noch in Ausarbeitung.

Sind im Jubiläumsjahr auch neue Flugverbindungen in Aussicht?      
Wir arbeiten intensiv daran, Airlines für neue Strecken zu gewinnen. Allerdings steht die europäische Luftfahrt weiterhin massiv unter Druck, was dieses Unterfangen nicht leicht macht. Letztes Jahr konnten wir mit Zürich und Teneriffa zwei neue Strecken für Oberösterreich akquirieren. Mit etwas Glück werden unsere Anstrengungen auch im nächsten Jahr belohnt und es kommt eine weitere Destination hinzu. Turkish Airline hat sich ja bereits für 2016 mit einer Istanbul Verbindung angesagt.

Das Projekt „Linz als zentraler Airport der Donau-Moldau-Region“ steckt noch in den Kinderschuhen. Sind hier dennoch erste spürbare Erfolge zu verzeichnen?  
Durchaus! Wir hatten letztes Jahr die erste Charterkette nach Hamburg, die sowohl für Gäste aus der Donau-Moldau-Region als auch in umgekehrter Richtung konzipiert war. Offen gestanden hätte ich nicht geglaubt, dass wir ein Jahr nach Gründung der ARGE Donau-Moldau bereits Flugprojekte abwickeln könnten.

Weiter sensationell entwickelt sich der Frachtbereich am blue danube airport.    
Der Cargobereich ist in der Tat eine Erfolgsgeschichte. Wir haben vor 20 Jahren unser erstes Frachtterminal errichtet. Mittlerweile sind fünf Terminals in Betrieb, der blue danube airport linz ist damit der mit Abstand größte regionale Frachtflughafen Österreichs.

Kritiker befürchten, dass Linz irgendwann zum reinen Fracht-Airport werden könnte
Wichtig ist, dass wir in beiden Segmenten – Passage und Fracht – Allianzen schmieden. Beispielgebend ist hier unsere ARGE mit dem Tourismusverband Linz und Eurotours, dem größten mitteleuropäischen Reisveranstalter, welche wir im vorigen Jahr gegründet haben.  Aktuell wird auch die Vision verfolgt, den blue danube airport linz als „Donau-Kreuzfahrtflughafen“ zu etablieren.

Ist das Zurückbesinnen auf die Rolle eines reinen Charter- und Ferienflughafen ein sinnvolles Szenario für Linz?
Eindeutig nein. Der Urlauberreiseverkehr macht bei uns ca. 40 Prozent des Aufkommens aus, der Linien- und Geschäftsreiseverkehr rund 60 Prozent. Oberösterreich ist in erster Linie ein Wirtschaftsbundesland und keine klassische Incoming-Destination. Wir müssen daher alle Segmente im Auge behalten und bestmöglich abdecken, insbesondere aber den Incoming-Tourismus weiterentwickeln.

Ryanair fliegt ab Linz zwei Ziele an: London und Teneriffa. Gibt es weitere gemeinsame Bestrebungen?
Ryanair ist ein wichtiger, aber auch sehr eigenständiger Geschäftspartner, der aufgrund eigener Recherchen Entscheidungen trifft. Letztes Jahr hat Ryanair entschieden, Teneriffa im Winter ab Linz anzubieten. Ab heuer wird Ryanair die Strecke ganzjährig fliegen. Offen gestanden, Ryanair ist immer für Überraschungen gut.

Deutsche Regionalflughäfen wie Hahn, Weeze oder auch Lübeck haben auf Billig-Airlines gesetzt – und sind teilweise gescheitert. Die Low-Cost-Carrier sind weiter gezogen. Sehen Sie diese Gefahr auch für Linz?  
Ryanair bedient den oberösterreichischen Markt seit über zehn Jahren – und das pünktlich und zuverlässig! Man muss aber auch sehen, dass es sich nur um zwei Strecken handelt. Wir wollen ein ausgewogenes Verhältnis von Low Cost Carriern, klassischen Linienfluggesellschaften   und Charter-Airlines haben. Ausschließlich auf ein Segment – in erwähntem Fall etwa Low Cost – zu setzen, ist meiner Ansicht nach eher bedenklich. Deshalb haben wir mit dem blue danube airport linz eine derartige Strategie auch nie verfolgt.

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