Zwei neue Buslinien sollen fehlende zweite Schienenachse “auffangen”

Zwei neue Buslinien sollen einerseits den Linzer Süden erschließen und andererseits die geplante zweite Schienenachse ersetzen – zumindest so lange, bis diese verwirklicht wird. Die direkte öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Urfahr, dem Industriegebiet am Hafen sowie Ebelsberg und Pichling zählt zu den wichtigsten Ausbauplänen der Linz Linien und soll 2023 in Betrieb gehen. 

Das neu Buskonzept für den Linzer Süden beinhaltet die neuen Linien 13 und 14, die mit 18 Meter langen Elektro-Hybridbussen befahren werden sollen. Als Ausgangspunkt der Linie 13 mit der Endhaltestelle Pichlingersee ist der Mühlkreisbahnhof vorgesehen. Die Schnellbus-Linie 14 beginnt im Hafen und verläuft via Umfahrung Ebelsberg zum Bahnhof Ebelsberg. 

„Mit den neuen Buslinien 13 und 14 wird die Linz AG ihr Nahverkehrsangebot wesentlich verbessern. Wer etwa von Urfahr zum Arbeitsplatz im Industriegebiet fahren möchte, braucht in Zukunft keinen Umweg über die Innenstadt zu nehmen“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.
Vizebürgermeister Markus Hein: „Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs hat im Linzer Süden höchste Priorität. Eine Taktverdichtung der Straßenbahn wäre wegen des Flaschenhalses Landstraße nicht ausreichend und würde auch wichtige Ziele, wie beispielsweise das Industriegebiet, nicht erschließen. Daher arbeiten wir bereits seit mehreren Jahren mit den Linz Linien an einem neuen Buskonzept für den Linzer Süden.”

Die Streckenführung der beiden neuen geplanten Buslinien.

Die Streckenführung der beiden neuen geplanten Buslinien.

15 Minuten-Takt zwischen Mühlkreisbahnhof und Chemiepark
15 zusätzliche Elektro-Hybridbusse sollen den Linzer Süden erschließen. 1,3 Millionen Euro investiert die Linz AG dabei in den neuen Fuhrpark. In Summe rechnet man mit Investitionskosten von knapp 28 Mio. Euro für die Linien 13 und 14. Bis zur Inbetriebnahme der Linien 13 und 14 ab Entscheidung für Grundstückssuche, Ankauf, Behördengenehmigungen, Planung, Bau und Errichtung ist mit ca. vier Jahren zu rechnen. Derzeit laufen bereits die Planungen für die Fahrweganpassungen durch die Stadt.

Kommentar zum neuen Buskonzept für den Linzer Süden
Vorweg: Es ist löblich, dass sich die Stadtpolitik nach der Decke streckt und im öffentlichen Verkehr versucht, zumindest das finanziell Realistische zu ermöglichen. Aufgrund des mittlerweile sehr hohen Verkehrsaufkommens stehen dem neuen “Buskonzept für den Linzer Süden” aber einige Flaschenhälse im Weg – etwa die völlig überlastete Industriezeile, die Umfahrung Ebelsberg, bei der es bereits jetzt immer wieder staut – und vor allem der einspurige Monalisa-“Nixgehtmehr”-Tunnel, durch den die Busse ebenfalls müssen. Busse sind eben Busse – und keine Züge oder Straßenbahnen mit vollständig eigenem Gleiskörper. Zudem fahren Busse (auch wenn das Wörtchen “Hybrid” davorsteht) mit relativ uncharmanten Verbrennungsmotoren, weil die Stadt für Obus-Leitungen ebenso wenig das Geld hat wie für die Realisierung der zweiten Schienenachse. Ob, wann und in welcher Form diese überhaupt realisiert wird, ist unklarer denn je. Die neuen Buslinien sind zumindest ein weiteres starken Indiz dafür, dass die Schienenachse gar nicht mehr gebaut wird.

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