Donaukreuzfahrtschiffe als “schwimmende Seniorenclubs”

Auf der Donau boomen die Kreuzfahrten – heuer sind bereits knapp 300 Kreuzfahrtschiffe unterwegs, alleine im nächsten Jahr kommen zehn neue dazu. Die Zahl der Anlandungen in Linz hat sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht, seit 2016 gab es eine Verdoppelung. Fluss-Kreuzfahrtschiffe sind nach wie vor eine Anlaufstelle für reifere Semester – und echte “schwimmende Seniorenclubs”. 

Der Altersschnitt bei Kreuzfahrten sinkt zwar im internationalen Schnitt, er ist aber weiter hoch. Eine Umfrage der Donautouristik ergab, dass etwa auf der MS Primadonna mehr als 83% der Gäste ältere als 56 Jahre sind, knapp 56% sind sogar älter als 66.

Schiffstourismus: Linz auf Augenhöhe mit Wien
Der Schiffstourismus boomt wie kaum ein zweites Segment: In den letzten zehn Jahren gab es in Linz eine Vervierfachung der anlegenden Schiffe, alleine in den nächsten zwölf Monaten nehmen zehn neue XL-Kreuzfahrtschiffe den Dienst auf der Donau auf, in Summe sind es bereits um die 300 Schiffe auf der Donau. Und die Wachstumskurven werden immer steiler: In den letzten drei Jahren verdoppelte sich die Zahl der Anlandungen. Linz ist mittlerweile uf Augenhöhe mit Wien: In der Millionenstadt Wien gab es im Vorjahr etwa 350.000 Schiffstouristen, in Linz lag die Zahl mit 300.000 nur unwesentlich darunter.

Anlandungen

Die boomenden Verkehrszahlen haben aber auch negative Seiten, die Sorgen hervorrufen. Hart ins Gericht ging der Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner zuletzt mit den Kritiken gegen den ausufernden Schiffstourismus, der mittlerweile große Teile des Donauparks in Beschlag nimmt und dort große Umweltprobleme verursacht. Steiner meinte, er habe durch die Steigerung der Zahl der anlegenden Schiffe Neid auf sich gezogen und er werde daher “gejagt”. Obwohl die große Mehrheit der Gäste mit Bussen zu Ausflügen ins Salzkammergut, nach Salzburg oder Tschechien fährt, wäre der Kreuzfahrttourismus ein Gewinn für Linz: Der Stopp in Linz ist demnach für die Touristen ein erstes Kennenlernen mit der Stadt. Viele der Gäste würden die Region noch einmal besuchen und dann länger bleiben wollen. 

 

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