Donaupark gerettet: Gemeinderat verhindert Busverkehr und weitere Anlegeplattformen

Ein Gemeinderatsantrag brachte ein Umdenken: Bereits über 2.000 Anlandungen von XL-Kreuzfahrtsschiffen gibt es im Donaupark bereits – und jährlich werden es mehr. Dass in Linz nicht Verhältnisse wie in Passau einreißen, dafür sorgte nun ein von allen großen Fraktionen mitgetragener FPÖ-Antrag: „Linzer Donaupark schützen! Linz darf nicht zur Mülldeponie der Donaukreuzfahrten werden“ wurde von einer breiten Mehrheit beschlossen. Jetzt soll es eine Neuaufstellung des Themas statt ungehemmten Wachstum geben.

Jetzt steht fest, dass der Gemeinderat keine weiteren Straßen oder Abfahrten im Donaupark zulassen wird – diese Maßnahme wurde u.a. vom Tourismusverband gefordert. Es wird auch ein neues Konzept für die Müllentsorgung, für den Donautourismus und den Schutz des Naherholungsgebiets geben.

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören wird: der Donaupark als Busbahnhof.

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören wird: der Donaupark als Busbahnhof.

Vizebürgermeister Markus Hein, der den Antrag einbrachte: „Mit diesem klaren Auftrag des Gemeinderats, der unsere Verhandlungsposition eindeutig gestärkt hat, können wir gerne in weitere Verhandlungen treten. Zu lange wurde auf unserer Nase herumgetanzt, jetzt sind die Verhältnisse klar. Wir wollen einen qualitativ hochwertigen Donautourismus, der im Einklang mit den Bürgern einhergeht.

Die beschlossenen Maßnahmen im Detail:

  • Neues Kreuzschifffahrtskonzept mit Hauptdestination Linz: Die Referentin für Tourismus wird aufgefordert, gemeinsam mit dem Tourismusverband und den Anbietern von Donauschiffkreuzfahrten ein neues Donaukreuzfahrtkonzept für Linz zu erarbeiten. Linz ist darin als Hauptdestination zu verankern. Die entsprechenden Verhandlungen sind mit den Anbietern unverzüglich zu beginnen. Weiters sollen die Programme so abgestimmt werden, dass Verteilerbusse mit dem zurzeit vorgesehenen Platz im öffentlichen Gut das Auslangen finden.
  • Zeitgemäßes Müllentsorgungskonzept und strengere Kontrollen: Der Referent für Abfallwirtschaft wird aufgefordert, ein zeitgemäßes Müllentsorgungskonzept zu erarbeiten, dass den aktuellen Gegebenheiten (mittlerweile landen ca. 2000 Donaukreuzschiffe in Linz an) entspricht.
  • Unterstützung rascher Elektrifizierung: Die Umweltreferentin wird aufgefordert, ein Förderpaket für die Elektrifizierung der Donauschiffsanlegestellen beim Lentos mit dem OÖ Umweltlandesrat Anschober auszuarbeiten und in den jeweiligen Budgets anzumelden.
  • Sperre des Treppelwegs für Busse und LKWs: Die Liegenschaftsreferentin wird aufgefordert, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit der Treppelweg östlich des Lentos bis zur Neuen Donaubrücke für Busse und LKWs nicht mehr befahrbar ist.
  • Keine weitere neue Schiffsanlegestelle im Donaupark zwischen Lentos und Neuer Donaubrücke Linz: Der Gemeinderat bekennt sich dazu, dass vorerst keine weiteren Schiffsanlegestellen im Bereich Donaupark zwischen Lentos und Neuer Donaubrücke Linz errichtet werden.
  • Keine eigene Abfahrt für Busse und LKWs von der Neuen Linzer Donaubrücke: Der Linzer Gemeinderat erklärt, dass die vom OÖ Tourismusverband und der WKO angedachte direkte Abfahrt von der Linzer Donaubrücke Linz in den Donaupark nicht weiterverfolgt werden soll, da diese Abfahrt einen massiven Eingriff in eine wichtige Naherholungsfläche darstellt.
  • Keine neuen, breiteren Straßen für Busse und LKWs: Der Gemeinderat erklärt, dass keine neuen und breiteren Straßen mit Umkehrschleifen und Ausweichen im Donaupark entstehen sollen.
  • Bekenntnis zum Naherholungsgebiet Donaupark: Der Gemeinderat bekennt sich zum Erhalt des Naherholungsgebiets Donaupark zwischen Lentos und Neuer Donaubrücke.

 

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