Plus 55 Prozent: E-Auto-Boom in Oberösterreich

Jetzt hat der E-Pkw Boom auch Oberösterreich erfasst – die Zahl Neuzulassungen ist heuer stark gestiegen. Bis Oktober wurden um 55 Prozent mehr E-Pkw zugelassen als im Vergleichszeitraum 2018. Auch die Ladestationen sind mittlerweile so gut wie flächendeckend verfügbar: 614 öffentlich zugängliche E-Tankstellen gibt’s OÖ-weit bereits – in Linz sind es aktuell 68. Ob die E-Mobilität allerdings der Weisheit letzter Schluss ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

In den ersten zehn Monaten wurden 1.338 Elektro-Autos neu zugelassen und damit bereits jetzt deutlich mehr als im gesamten Vorjahr (1.062), berichtet eine Aussendung Verkehrs Club Österreich (VCÖ). Damit sind erstmals mehr als 5.000 E-Pkw mit oberösterreichischem Kennzeichen unterwegs. In Oberösterreich stehen bereits mehr als 600 öffentliche E-Tankstellen zur Verfügung mit rund 700 Ladeanschlüssen. In Linz gibt es 68 E-Tankstellen, was außerhalb Wiens im Landeshauptstadt-Vergleich gemeinsam mit Klagenfurt die höchste Anzahl ist.

“Die von der vergangenen Bundesregierung beschlossenen Klimaziele geben die Richtung klar vor: Bis spätestens 2050 muss der Verkehr zur Gänze von Erdöl, und damit von Benzin und Diesel, unabhängig sein. Neben der Vermeidung und der Verlagerung des Verkehrs etwa auf Bahn, Bus und Fahrrad braucht es die Elektrifizierung der Autoflotte, um die Klimaziele erreichen zu können”,sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer. Damit im Jahr 2050 die Autoflotte zur Gänze von Erdöl unabhängig ist, sollten spätestens im Jahr 2030 nur mehr emissionsfreie Neuwagen verkauft werden.

E-Pkw werden hauptsächlich zu Hause geladen. Laut VCÖ behindert das aktuelle Wohnrecht die Zunahme der E-Pkw bei Wohnhausanlagen massiv. Wer als Wohnungseigentümer eine E-Ladestation bei seinem Garagenplatz installieren möchte, benötigt die Zustimmung aller anderen Miteigentümer. Ähnlich ist es bei Miet- und Genossenschaftswohnungen.

Der VCÖ sieht die kommende Bundesregierung gefordert, das Wohnrecht rasch zu reformieren. Bestehende rechtliche Barrieren für den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden sind abzubauen. So haben beispielsweise Frankreich und Spanien bereits das sogenannte “Right to Plug”-Prinzip verankert. Dabei handelt es sich um ein Anrecht nach definierten Kriterien, in Wohngebäuden eine Lademöglichkeit nachrüsten zu dürfen.

 

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