Ehemalige Florianerbahn-Trasse als Rad-Highway nach Linz?

„Mehr geht nicht mehr! Die Straßen sind voll, es staut mittlerweile wie in einer Großstadt“ beschreibt Stadtentwickler Lorenz Potocnik den aktuellen Status im Großraum Linz. Er kann der schmerzhaften Verkehrssituation aber trotzdem viel abgewinnen: „Veränderungen finden immer dann statt, wenn der Leidensdruck hoch ist. Die aktuelle Situation können wir nutzen, indem wir auch im Verkehr die besten Ideen umsetzen. Ein verhältnismäßig billiges Projekt, um die Pendler aus dem Süden zu entlasten, ist ein Schnellradweg aus der Gegend von St. Florian nach Linz. Da bietet sich die verwaiste Trasse der 1974 stillgelegten Florianer Bahn ideal an.”

Nach internationalen Vorbildern kann auf der Trasse leicht ein Schnellradweg gebaut werden, der noch dazu direkt nach Ebelsberg führt und dann weiter mit dem bereits in Vor-Planung befindlichen „Südradschnellweg“ von Ebelsberg in die Linzer Innenstadt verknüpft werden könnte. „Linz und das Umland brauchen dringend ein Netz aus Radschnellwegen, das die Straßen der Stadt entlastet. Zu viele Pendler kommen nach wie vor und oft alleine mit dem PKW mitten in die Stadt. Alltagsradler und Fahrradpendler finden dagegen noch nicht die nötige und attraktive Infrastruktur vor, obwohl diese nur einen Bruchteil der Straßen für Autos kosten und diese noch dazu entscheidend entlasten würde“, so Stadtentwickler Lorenz Potocnik.

Die 1974 aufgelassene Trasse (danach gabs nur mehr einen Betrieb als Museumsbahn) der Florianer Bim

Die 1974 aufgelassene Trasse (danach gabs nur mehr einen Betrieb als Museumsbahn) der Florianer Bim

Südradweg regional weiter denken
Im März hat der Gemeinderat für den “Südradweg”, einen Radschnellweg von Ebelsberg (ehemalige Kaserne) in die Innenstadt gestimmt. „Dieser lässt sich in Zukunft weiter denken und mit der Trasse der ehemaligen Florianer Bahn verbinden.” „Dank E-Bikes (über 100.000 verkaufte Stück in Österreich dieses Jahr, Tendenz stark steigend) ist eine Distanz von zehn Kilometern und mehr sehr realistisch – auch für weniger sportliche oder überzeugte Radpendler. Vorbild dazu sind die Schnellradwege in Holland, Dänemark und im Ruhrgebiet, wo große Distanzen überwunden werden und zehntausende Radler täglich in die Arbeit pendeln.

Für die Gemeinderats-Sitzung am Donnerstag (19.10.) hat Lorenz Potocnik einen Antrag in Form einer Resolution an die Landesregierung vorbereitet. Wortlaut in Kurzform: „Die Landesregierung wird aufgefordert, gemeinsam mit den Umlandgemeinden einen Schnellradweg auf der ehemaligen Trasse der Florianer Bahn zu prüfen.”

 

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