War der Ideenwettbewerb zur Nachnutzung der Eisenbahnbrücke nur reine Augenauswischerei?

Erinnern Sie sich noch? Aus einem SPÖ-nahen Ideenwettbewerb zur Nachnutzung eines Teils der Eisenbahnbrücke wurde 2015 das Siegerprojekt “The Floating Garden” gekürt. Vier Jahre später gammeln die Brückenteile immer noch auf einer Schotterfläche im Hafen vor sich hin. Die Linzer ÖVP fordert nun erneut die damals getätigten Zusagen ein.

Kritisch beäugt ging die Initiative “Brücke für Linz” 2015 an den Start. Parteipolitisches Kalkül wurde Thomas Gegenhuber, Mitbegründer der Plattform ‘Brücke für Linz’ vorgeworfen. “Als SPÖ-Gemeinderat ist es ihm nur darum gegangen, den Menschen vor der Volksbefragung Sand in die Augen zu streuen und zu versprechen, dass auch im Falle des Abrisses zumindest Teile der Brücke erhalten bleiben – eine klare Wählertäuschung”, behauptete die Initiative ‘Rettet die Eisenbahnbrücke’ nach dem Abriss der Brücke.

Vergessen: Die Brückenteile der Eisenbahnbrücke lagern im Linzer Hafen.

Vergessen: Die Brückenteile der Eisenbahnbrücke lagern im Linzer Hafen.

93 eingereichte Ideen
Auf der Kreativ-Plattform ‘jovoto’ wurden 2015 aus der ganzen Welt 93 Ideen eingereicht. In einer vierstündigen Sitzung wurde von einer Jury mit ‘The Floating Garden’ von Wolfgang Biebach das Siegerprojekt ermittelt. Dabei würde der mittlere Teil der alten Brücke auf einen schwimmenden Ponton gesetzt. Durch die Pflanzen würde der Brückenbogen zu einem schwimmenden Garten – ein Lebensraum an der Donau, der zum Verweilen animiert. Nachts würde eine Lichtinstallation den „Schwimmende Garten“ in einen magischen Ort verwandeln.

Eisenbahnbruecke-770Finanzierung durch Spenden
Die Initiative ‘Brücke für Linz’ verkündete im Herbst 2015, sich im Falle des Neubaus der Eisenbahnbrücke für eine Umsetzung dieser Idee einzusetzen. Als Finanzierungsquellen plante Thomas Gegenhuber private Spenden, Verkauf von Brückenpatenschaften oder Crowdfunding, doch davon ist schon lange keine Rede mehr, denn die Intitiative “Brücke für Linz” ist mittlerweile ebenso von der Bildfläche verschwunden wie deren Capo Thomas Gegenhuber, der nicht mehr für die SPÖ im Gemeinderat sitzt.

“Versprechen umsetzen”
Nicht verschwunden ist hingegen die Linzer SPÖ, die – siehe oben – an der Initiative maßgeblich beteiligt war. Und genau da will jetzt ÖVP-Klubobmann Martin Hajart ansetzen: „Der Erhalt und die Weiternutzung eines Brückenbogens im öffentlichen Raum ist ein politisches Versprechen an die Linzer Bevölkerung gewesen“, sagt Hajart. Ein Versprechen, das vor allem durch ein zeitlich immer weiteres Hinausschieben der Umsetzung in die nächste Gemeinderatsperiode immer mehr bröckelt. Vier Jahre nach der Präsentation des Siegerprojektes sei es höchste Zeit, dass eine Entscheidung über die Umsetzung getroffen wird, so Hajart. Ein entsprechender Gemeinderatsantrag am 11. April 2019 soll der Forderung den nötigen Rückenwind verleihen.

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