Ausbau und mögliche chinesische Investoren: Flughafen Budweis wird bis 2020 zur Konkurrenz für Linz

Südböhmen lässt sich Flügel wachsen: Im 90km von Linz entfernten Budweis ist der Ausbau des dortigen Flughafens voll im Gang. Nach der Sanierung der Landebahn läuft nun die letzte Modernisierungsstufe an. Ab 2020 sollen von hier Jets wie Airbus A320 oder Boeing 737 starten. Angesprochen werden sollen Low-Cost-Airlines, auch ein internationaler strategischer Partner soll an Bord kommen.

Die Investitionskosten für die letzte Ausbaustufe betragen 17,5 Millionen Euro. Die Arbeiten umfass(t)en die Sanierung der Landebahn, den Neubau eines Terminals samt Navigationssystem und Abfertigungshalle, zusätzliche Stellplätze und die Erweiterung der Landeflächen. Auch eine den neuesten Sicherheitsanforderungen entsprechende neue Umzäunung wurde installiert. Bis 2005 wurde das 300 Hektar große Flughafenareal in Budweis rein militärisch genutzt.

Der Bohemia Airport Budweis nach dem Ausbau 2020

Der Bohemia Airport Budweis nach dem Ausbau 2020

Ausbau trotz gestrichener EU-Förderung
Anfang 2012 zog die EU zwar sämtliche Förderzusagen zurück, Südböhmen zog daraufhin einen schlankeren Ausbau durch. Mittelfristig kalkuliert man mit 80.000 Fluggästen pro Jahr (zum Vergleich: Den blue danube airport linz nutzen im Vorjahr 402.007 Fluggäste). Diese Zahl soll bereits in wenigen Jahren erreicht werden: „Da wir ein regionaler Flughafen sind, liegen unsere Kosten nicht so hoch wie bei größeren Airports. Es reichen etwa 80.000 Fluggäste pro Jahr, um rentabel zu sein“, sagt Flughafendirektor Ladislav Ondřich gegenüber dem Tschechischen Rundfunk. Angesprochen werden sollen vor allem Billig-Airlines, weil Budweis sehr günstige Gebühren anbieten kann.
Als Wunschdestinationen nennt Airport-Sprecherin Martina Vodickova “Charterflüge im Mittelmeerraum. Zusätzlich gibt es auch Pläne für Linienflüge zu den wichtigsten europäischen Destinationen. Reisende sollen via Budweis große Ziele auf der ganzen Welt erreichen können.”

Chinesische Investoren sollen Wachstum ermöglichen
Spannend klingt die Ankündigung, dass ein strategischer Partner für den Budweiser Flughafen gesucht werden soll. Speziell chinesische Investoren waren in den letzten Jahren auf Einkaufstour auf europäischen Flughäfen, entsprechend sollen auch Gespräche mit Interessenten aus Russland und Asien geführt werden. Budweis will mit zukünftig mit siener Lage zwischen Prag, Linz und Wien punkten und mit besonderen Serviceleistungen, die andere nicht anbieten können – etwa kostenlose Parkplätzte, niedrige Airport-Gebühren und kurze Wege – punkten.

Der Linzer Airport ist anders positioniert und ein Unternehmen, das sich in öffentlicher Hand befindet (je 50 Prozent der Anteile gehören der Stadt Linz und dem Land OÖ), entsprechend schwierig sind – aufgrund der leeren Landes- und Stadtkassen – größere Investitionen aller Art.
In Tschechien gibt es derzeit fünf internationale Flughäfen, von denen allerdings nur drei eine wirkliche Bedeutung haben: Prag, Brünn und Ostrava. 2020 soll Budweis als sechster Airport den Status “Internationaler Flughafen” erhalten.

Internationale Flughäfen in Tschechien (nach Passagierzahlen / 2016) 
1) Prag: 13.074.517
2) Brünn: 417.725
3) Ostrava: 258.223
4) Pardubice: 31.174
5) Karlsbad: 25.325

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