Garagencity-Boom in Oberösterreich

Wer ist so verrückt und leistet sich eine Garage mitten im Nirgendwo? Sie werden’s nicht glauben, aber Garagenparks in der Pampa sind ein neues Erfolgs-Geschäftsmodell. Die Idee schwappte vor einigen Jahren aus Amerika nach Europa. Dort werden solche Anlagen als „Self Storage“ angeboten – was so viel heißt, dass man dort Privat- oder Firmenbesitz einlagert – oder sich einen Hobbyraum einrichtet. Kritiker beklagen die massive Versiegelung von Grünraum, der mit der Errichtung einhergeht.

Eine Garage im Nirgendwo? Klingt erstmal verrückt, boomt aber gewaltig. Zu relativ niedrigen Kosten ab 85 Euro pro Monat kann man sich quasi eine Art “Eigenheim” mieten. Wobei “Eigenheim” eine maßlose Übertreibung ist: Man bekommt um sein Geld einen Stauraum in Größe einer handelsüblichen Garage in der Größe von 6 x 3 x 2,4 Meter mit zwei Metern Höhe. Außer Stromanschluss und einem Licht ist kein weiterer “Luxus” vorhanden. Mittlerweile teilen sich mehrere Anbieter im Zentralraum den boomenden Markt. Bis zu 10.000 Quadratmeter groß sind die Flächen, die an Stadträndern oder ländlichen lagen entstehen  und mit ihren geteerten Flächen jede Menge Grünraum versiegeln.

Übersichtsplan eines Garagenparks in Traun (Screenshot: garagencity.at)

Übersichtsplan eines Garagenparks in Traun (Screenshot: garagencity.at)

Eine gewerbliche Nutzung – etwa als Werkstatt – ist nicht gestattet, viele (vor allem) Männer nutzen die Garage als Hobbyraum oder als Zufluchtsort vor dem echten Zuhause. Aber auch als Abstellmöglichkeit für ein Boot, Anhänger oder sperrige Gegenstände wie Möbel oder ähnlichem werden die Garagen genutzt. Auch als privates “Nagelstudio” für das eine oder andere Techtelmechtel sollen Mietgaragen mitunter gehalten werden. Versichert ist der Garagen-Inhalt freilich nicht, dafür muss man extra sorgen. Kürzlich entstand an der Trauner Kreuzung eine neue große Anlage mit 200 Garagen.

Garage im Nirgendwo: Um weniger als 100 Euro pro Monat ist man mit dabei.

Garage im Nirgendwo: Um weniger als 100 Euro pro Monat ist man mit dabei.

Dass dieses Geschäftsmodell gut funktioniert, beweist die wachsende Zahl an Standorten. Die “Garagencity GmbH” betreibt bereits sieben Standorte in Oberösterreich, österreichweit sind es bald zehn. Das Unternehmen “mygarage” hat sechs OÖ Standorte, fünf davon im Zentralraum. Die Mietpreise reichen dort von 95.-  Euro pro Monat für eine kleine Garage bis zu 250 Euro für eine XL-Version (8×5 Meter), auch der Erwerb einer Garage ist möglich und beginnt bei knapp 20.000 Euro (inkl. Grundanteil). An Stromkosten kommen pro Jahr etwa 60-120 Euro dazu.

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