Geplante Schillerpark-Tiefgarage: “Schluss mit Alte-Männer-Rezepten”

„Wer glaubt, durch den Bau von immer weiteren Tiefgaragen der PlusCity Kunden abspenstig machen zu können, lebt im Vorgestern“ sagt Stadtentwickler Lorenz Potocnik zu den Plänen, unter dem Schillerpark eine weitere große Tiefgarage zu bauen. Diese würde über 2.000 zusätzliche Autos pro Tag mitten in die Stadt bringen, glaubt Potocnik. „Schluss mit diesem Alte-Männer-Denken, die Linzer City muss endlich einen eigenen USP erarbeiten. Parkhäuser sind das sicher nicht.” Neben Bürgermeister Klaus Luger und Stadtrat Markus Hein steht auch Vizebürgermeister Bernhard Baier und der City Ring hinter dem Bau der Tiefgarage unter dem Schillerpark.

Sechs Millionen Euro “zum Fenster hinausgeworfen”
Im Zuge der Neugestaltung der südlichen Landstraße vor wenigen Jahren (Kostenpunkt: 5,3 Millionen Euro) betonte die Stadt noch: „Einen Ausgleich zur Dominanz des motorisierten Individualverkehrs soll die für die südliche Landstraße geplante Ausweitung von Begegnungszonen schaffen. Die Grundidee besteht darin, dass in derartig gekennzeichneten Straßen die Fußgänger die ganze Verkehrsfläche nutzen dürfen.“ Jetzt soll die Landstraße aber wieder vermehrt den Autos gehören: Im Endausbau werden beim Schillerpark um die 400 Tiefgaragenplätze zur Verfügung stehen. Potocnik: “Das bedeutet pro Tag mindestens 2.000 zusätzliche Autos, die über die Landstraße ein- und ausfahren.“ Auch der Schillerpark wurde erst vor drei Jahren um 600.000 Euro neugestaltet.

"Offensichtlich brechen die letzten Monate alle Tabus und Dämme in Bezug auf innerstädtische Parks. Nach dem Verrat an den Anrainern rund um den Andreas Hofer Park ist der Schillerpark höchst gefährdet", so Stadtplaner Lorenz Potocnik zur geplanten Schillerpark-Tiefgarage

“Offensichtlich brechen die letzten Monate alle Tabus und Dämme in Bezug auf innerstädtische Parks. Nach dem Verrat an den Anrainern rund um den Andreas Hofer Park ist der Schillerpark höchst gefährdet”, so Stadtplaner Lorenz Potocnik zur geplanten Schillerpark-Tiefgarage.

Landstraße: neuer Rekord bei Passanten-Frequenz
Auch die Sorgen des City Ring Obmanns Werner Prödl kann Potocnik nicht nachvollziehen: „Gerade erst wurde mittels einer Presseaussendung gejubelt, dass die Landstraßen-Besucherfrequenz nahe des Schillerparks mit 231.698 pro Woche erneut um 1,5 Prozent stieg. Was soll man da noch glauben?“ Prödl meinte in einem Krone-Interview, dass das neue Tiefgaragen-Projekt “der Stadt guttun” wird.

„Linz braucht kein Alte-Männer-Denken“
Aufgabe des City Rings sei es, endlich einen Linz-spezifischen Mehrwert, einen USP herauszuarbeiten: „Aber man glaubt noch immer, mit mehr Parkgaragen gegen die PlusCity bestehen zu können. Das muss endlich aufhören. Linz braucht junge, moderne City-Manager und kein Alte-Männer-Denken aus dem vorigen Jahrtausend.“ Besser als der Schillerpark könne man mit Öffis gar nicht angeschlossen sein, dennoch wolle man hier hunderte weitere Parkplätze bauen und eine Grünfläche zerstören, so Potocnik: „Um eine Verlegung von Parkplätzen unter die Erde geht es schon lange nicht mehr – im Gegenteil: Tiefgaragen sind reine Spekulationsobjekte und Geschäftsmodelle, der Vorwand bezüglich mehr Komfort ist ein reines Deckmäntelchen.“

Die Facebook-Seite „Finger weg vom Schillerpark“ hat bereits fast 1.000 Unterstützer, deren Forderung ist klar: „Bürgermeister Luger, Vizebürgermeister Baier und Infrastruktur-Stadtrat Hein: Stellen Sie sich endlich hinter die Interessen der Bürger und der hier lebenden Menschen!“

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