Dobusch, Mayr und die Solidarität

Die Politverdrossenheit hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Faymann und Mitterlehner weisen nach wie vor jede Mitschuld ihrer Parteien an der Notverstaatlichung der HYPO Alpe Adria von sich. Und in Linz haben sich die Swap-Verantwortlichen in die Pension oder in Jobs parteiinterner Stiftungen vertschüsst. Zurück bleiben Nachfolger, die die Lorbeeren “ernten” dürfen. Verantwortung? No have.

Pröll, Fekter, Dobusch, Mayr – da wie dort haben sich die handelnden Personen lukrativ abgeseilt – jedoch nicht, ohne vorher nochmal kräftig mit den Schultern zu zucken und sich gutgelaunt von jeglicher Verantwortung loszusagen. Oder – um mit Gerhard Polt zu sprechen: “Jo mei.”

Ex-Bürgermeister Franz Dobusch schlug sanft wie ein Wattebällchen auf und glitt in die fünfstellig honorierte Pension; und der damals zuständige Finanzstadtrat Mayr wird auch keinen Anruf bei Licht ins Dunkel tätigen müssen, um über die Runden zu kommen: Er nahm bekanntlich eine neue (angeblich ebenfalls fünfstellig dotierte) “Herausforderung” als Geschäftsführer der SP-Stiftung L36 an.
Beruhigend auch, dass man den Dobusch-Franzl jetzt so oft mit seinem immer noch überlegen wirkenden Lächeln auf der Landstraße flanierend shoppen sieht. Oder bei der kurzweiligen “Seniorenrunde” in einem SP-nahen Cafè, wo er sich mit seinem alten Spezl Mayr stets gutgelaunt viel zu erzählen hat.

Forsterleitner-Vorgänger und Ex-Finanzstadtrat Johann Mayr

Forsterleitner-Vorgänger und Ex-Finanzstadtrat Johann Mayr

Bleibt ein unerfüllter Weihnachtswunsch: ein Wort des Bedauerns von Ex-Bürgermeister Franz Dobusch

Bleibt ein unerfüllter Weihnachtswunsch: ein Wort des Bedauerns von Ex-Bürgermeister Franz Dobusch

Weniger zu lachen haben hingegen deren Nachfolger, die gemeinsam mit der Linzer Bevölkerung die ganze Suppe auslöffeln dürfen. Bürgermeister Klaus Luger und Finanzstadtrat Christian Forsterleitner leisten gute Arbeit, werden aber von den Taten ihrer Vorgänger immer wieder eingeholt. Wie etwa letzte Woche, als Luger vors Gericht zitiert und mit Vorgängen konfrontiert wurde, die ihm nicht mal die anderen Parteien ankreiden.
So erklärt sich auch das – na, nennen wir es ganz höflich “distanzierte” Verhältnis zwischen Luger und Dobusch. Dass die Kollegen aus der SP-Sektion Franckviertel Luger aber die Empfehlung “Hau dem Dobusch ane in die Gosch’n” zukommen ließen, fällt unter die Rubrik “Gerüchte”. Angeblich.

Dobusch wusste von nichts, Mayr konnte bestenfalls den Begriff “Bausparer” buchstabieren: Das kauft den beiden schon lange keiner mehr ab. Wovon sie aber wirklich nachweislich keinen Schimmer haben, sind zwei Dinge: Verantwortungsgefühl und Loyalität Parteifreunden gegenüber. Das Duo Luger/Forsterleitner kann einem angesichts des bevorstehenden Wahljahres (und eines möglichen Swap-Urteils im Frühsommer 2015) leid tun, weil sie dank Dobusch und Mayr unter ihrem Wert geschlagen werden.

Lieber Franz Dobusch, werter Ex-Finanzstadtrat Mayr: Wenigstens EIN öffentliches Wort des Bedauerns oder der späten Einsicht würde wohl nicht nur Ihr Ansehen aufpolieren, sondern es auch Ihren Nachfolgern leichter machen, im Wahljahr 2015 zu bestehen. Und es wäre auch ein mehr als fälliges Signal an die Bevölkerung, dass Politik und Verantwortung einander nicht zwingend ausschließen. Nicht zuletzt ist es eine Schande, Luger und Forsterleitner dermaßen im Regen stehen zu lassen. Hoch die internationale Solidarität und frohe Weihnachten…

wilson holz

 

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