Einzelhandelsflaute: Linz soll zur “Lebendigen City” werden

Verändertes Konsumverhalten, hohe Mobilität, der boomende Online-Handel und die Konkurrenz auf der „grünen Wiese“ haben dazu geführt, dass sich innerstädtische Wirtschaftsräume neu erfinden müssen. Linz begegnet dieser Entwicklung mit dem Projekt “Lebendige City”, einer gemeinsamen Initiative von Stadt Linz, Wirtschaftskammer, City Ring und Tourismusverband.

52 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes im Stadtkern (488 Mio. Euro) stammen aus Einkäufen der städtischen Bevölkerung. Die Verkaufsfläche im Zentrum betragen rund 108.000 Quadratmeter, wobei 58 Prozent aller Einzelhandelsbetriebe nach wie vor inhabergeführte Unternehmen darstellen.

Das Projekt „Lebendige City Linz“
Als proaktive Maßnahme – auch im Hinblick auf den immer stärker werdenden Online-Shopping-Boom – startet nun die Stadt Linz mit weiteren Netzwerkpartnern das Projekt „Lebendige City Linz“. Die wesentlichen Ziele dieses wirtschaftspolitischen Leitprojekts lassen sich wie folgt darstellen:

  • Objektive, fachliche Beurteilung der aktuellen Standortqualität der Linzer Innenstadt
    Konkrete Hilfestellung für (Geschäftsflächen-) Hausbesitzer hinsichtlich Neu-/Wiederverwertung ihrer Immobilien
  • Fachliche Unterstützung der bestehenden Handels- und konsumnahen Dienstleistungsbetriebe zur Beibehaltung/Erhöhung ihrer aktuellen und mittelfristigen Wettbewerbsfähigkeit
  • Finden praktikabler Ansatzpunkte für zu setzende Standortbelebungsmaßnahmen
  • Auslotung der Sinnhaftigkeit, Umsetz- und Finanzierbarkeit eines Linzer Innenstadt-Standortmanagements
  • Das Projekt gliedert sich in insgesamt vier Phasen und wird von der europaweit in Stadtentwicklungsfragen erfahrenen CIMA Austria Beratung + Management GmbH fachlich begleitet.

Phase 1
umfasst dabei die Analyse leerstehender oder suboptimal genutzter Geschäftsflächen. Neben einer detaillierten Begutachtung dieser Objekte werden im direkten Dialog mit den interessierten Hausbesitzern entsprechende Neunutzungen und Geschäftsflächen-Attraktivierungen entwickelt.

Phase 2
fokussiert sich auf das aktuelle Einzelhandels- und konsumnahe Dienstleistungsangebot im Stadtzentrum. Es wird die aktuelle und mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe ausgelotet, um somit bereits frühzeitig Verbesserungspotenziale auf betrieblicher Ebene ausfindig zu machen.

Phase 3
baut auf den Daten der beiden vorgeschalteten Projektabschnitte auf und entwirft konkrete Maßnahmen zur wirtschaftlichen und infrastrukturellen Weiterentwicklung der Linzer Innenstadt. Diese Vorschläge umfassen dabei nicht nur generelle Aktivitäten seitens der Stadt oder der involvierten Partner (Wirtschaftskammer, City-Ring), sondern können auch einzelbetriebliche oder branchenspezifische Projekte (z.B.: im Bereich der betrieblichen Digitalisierung; Erhöhung der touristischen Kaufkraftabschöpfung; etc.) beinhalten.

Phase 4
lotet die Möglichkeit der Installierung eines City-Standortmanagements aus. In enger Abstimmung mit den involvierten Partnern wird dabei ein, den spezifischen Linzer Rahmenbedingungen, angepasstes Modell konzipiert, welches zukünftig die wirtschaftsbezogene Standortentwicklung koordinieren soll.

Bei einem Start-Workshop Anfang September dieses Jahres wurden wesentliche Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für diesen Prozess definiert. Die konkrete, operative Arbeit startet Mitte Oktober. Ergebnisse werden im ersten Halbjahr 2020 erwartet.

 

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