Linzer Neujahrsempfang: Sauschädel-Anschnitt ist ab 2018 Geschichte

Wenn Bürgermeister Klaus Luger und Landeshauptmann Josef Pühringer am 12. Jänner 2017 zum bereits 29. Mal den traditionellen Sauschädl anschneiden, wird es das letzte Mal gewesen sein. Grund: Political Correctness. Neue Ideen für den Jänner 2018 liegen aber gottlob bereits auf dem Tisch, berichtet unsere verQUERt- Redaktion.

“Köpfe abschneiden ist bekanntlich nicht salonfähig, aber Köpfe anzuschneiden ist wirklich krass – und dann auch noch vom Schwein. Sowas ist wirklich unter aller Sau!” betitelt der Sprecher der Sozialistischen Jugend Linz, Kevin Sengstbratl (19), sein Beschwerdeschreiben an Bürgermeister Klaus Luger. Dort fiel die Kritik auf fruchtbaren Boden. Sengstbratl schlägt vor, im nächsten Jahr neue Ideen anzudenken. “Wenn man schon auf Köpfen rumschneiden will, dann auf Rücksicht auf die muslimischen Mitbürger bitte nicht auf einem Schweinsblutzer. Ein Fischkopf wäre eine gute Alternative. Es darf halt nur kein Schweinswal sein, falls das überhaupt ein Fisch ist.”

“Auf keinen Fall. Für uns kommt weder Schwein noch Wal noch Fisch infrage”, betont Christopher Buh-Schas, Sprecher der Linzer Grünen. Er schlägt stattdessen vor, einen (grünen) Salat-Häupl anzuschneiden. Das wiederum passt der SPÖ nicht. Grund: mögliche Verunglimpfung von Wiens Bürgermeister Michael Häupl – obwohl dieser gar nicht “Salat” mit Vornamen heißt: “Eine Verwechslung wäre somit ausgeschlossen”, versteht Buh-Schas die Welt nicht mehr.

Einen gangbaren Kompromiss unterbreitet die Linzer Nihilisten-Vereinigung: Dort empfiehlt man den symbolischen Anschnitt des Nichts. Auch die Gäste könnte man “mit einem Luft-Buffet und Wasser nihilistisch-fürstlich bewirten, das spart obendrein das Geld für den Neujahrsempfang”, so der schlüssige Vorschlag weiter. Der Linzer Gemeinderat will die Idee an einen Ausschuss weiterleiten. Zuvor wird aber noch ein Unter-Ausschuss gebildet, der über die Weiterleitung beraten soll. Der Neujahrsempfang 2018 dürfte sich damit noch nicht ausgehen, eine Umsetzung 2025 scheint aber möglich, soferne keine weiteren Einsprüche gemacht werden.

 

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