Streit um stadtnahe Ostumfahrung spitzt sich zu

Bald könnte mit der Linzer Ostumfahrung die kürzeste Transitroute von Nordeuropa an den Balkan durch den Linzer Süden führen. “Die neue Umfahrung kommt nur dann, wenn auch alle notwendigen Schutzmaßnahmen für Mensch, Tier und Umwelt umgesetzt werden”, beruhigt die Politik. Die Initiative KEIN TRANSIT LINZ will das Projekt Richtung Osten verschieben, da auch drei Naherholungsgebiete massiv gefährdet seien. Noch bis 30. Juni sammelt die Initiative unter www.kein-transit-linz.at Unterstützungserklärungen.

Bis 2024 soll die Autobahn zwischen Berlin, Prag und dem Balkan durchgehend befahrbar sein. Die Streckenführung ginge mitten durch Linz-Ebelsberg. “Mit der auf Stadtgebiet geplanten Trasse einer Ostumfahrung würde man die Transitlawine zehntausender LKWs samt Feinstaub und NOx-Emissionen in die Stadt holen”, warnt Michael Radhuber, Gemeinderat in Steyregg: „Da helfen auch keine Tunnels, der Dreck bleibt in Linz.“ Es gehe aber auch um die Lebensqualität von tausenden Menschen. In Ebelsberg und Pichling wohnen jetzt bereits 20.000 Linzer, diese Zahl wird sich in den nächsten 15 Jahren im Zuge großer Stadterweiterungsprojekte verdoppeln.

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Von der Ostsee an den Balkan: Die geplante Transitstrecke im Gesamt-Überblick

Drei große Naherholungsgebiete wären betroffen
Gefährdet sind durch diese Trasse aber auch drei der größten zusammenhängenden Grünflächen in und um Linz: das Naherholungsgebiet Pfenningberg, der Schiltenberger Wald in Ebelsberg und die Traunauen, die „dann weltweit das erste Naturschutzgebiet mit direktem Autobahnanschluss wären“, so die Initiative KEIN TRANSIT LINZ.

“Keine Umfahrung mitten im größten Wohngebiet von Linz”
Die Lösung liegt für die Gegner auf der Hand: „Eine Umfahrung muss – wie der Name schon sagt – weit außerhalb der Stadt geführt werden, aber nicht mitten durch den bald einwohnerstärksten Stadtteil von Linz“, sagt Lorenz Potocnik von NEOS Linz, der die Initiative mitbegründet hat. Die einzige Möglichkeit wäre daher, eine echte Ostumfahrung weiter weg von der Stadt zu schaffen. Diesen Korridor samt Planung gibt es bereits, er wurde laut Initiative jedoch „vorschnell“ auf Eis gelegt.

“Linzer Zentrum vor Transit-Kollaps bewahren”
„Eine Lösung, die allen Wünschen gerecht wird, ist leider utopisch. Hält man sich das Bild einer hochfrequentierten Transitachse Berlin-Dresden-Prag-Linz vor Augen, ist ein zentrales Anliegen, das Linzer Zentrum vor einem Transit-Kollaps zu bewahren. Da die Trasse auch teilweise durch sensible Gebiete verläuft, sind selbstverständlich die Interessen der Anrainer bestmöglich zu berücksichtigen“, sagt Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner.
Auf Unmut stößt bei den Gegnern auch die nachträglich “hineingeplante” Anschlussstelle an die B1, die bei der Kaserne Ebelsberg gebaut werden soll. Damit würde die geplante Tunneltrasse direkt ins Wohngebiet hin entlüften, so die Befürchtungen: “Vor allem der staugeplagte Linzer Süden würde mit dieser Variante stark entlastet werden“, begründet Infrastrukturstadtrat Markus Hein diese Maßnahme.

Unterschriftenaktion bis 30. Juni
Abschließender Appell der Initiative KEIN TRANSIT LINZ: „Es ist noch nicht zu spät. Wer den Linzer Süden vor der Transitlawine und vor allem den Linzer Grüngürtel retten will, kann das bis 27. Juni per Postkarte oder bis 30. Juni online unter www.kein-transit-linz.at tun.“

> Land OÖ Infoseite zur Ostumfahrung

> Initiative KEIN TRANSIT LINZ

 

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