Alle sind gegen den Stau, aber keiner will Park + Ride Anlagen

Die Diskussion um die Errichtung von Park & Ride-Anlagen im Linzer Umland wird immer skurriler: Manche Bürgermeister – etwa aus Walding und Ottensheim – wehren sich gegen Parkplätze an der Mühlkreisbahn. Grund: Diese würde nur von “ortsfremden Autos” genutzt. Neuester Grund für die Ablehnung: Solange kein Konzept für die Mühlkreisbahn NEU vorliege, mache der Bau von Park & Ride Anlagen keinen Sinn, wird argumentiert. In Linz geht den Verantwortlichen der Hut hoch: „Bei so wenig Kompromissbereitschaft werden wir den Großraum Linz nicht entlasten können. Eine verbaute Stadt kann und will dem Verkehr nicht endlose Kapazitäten zur Verfügung stellen”, sagt Infrakstruktur-Stadtrat Markus Hein.

Ursprünglich waren für die Bürgermeister aus Walding und Ottensheim die Kosten für die Errichtung neuer Park+Ride Anlagen zu hoch – trotz Kostenbeteiligung durch ÖBB und Land, durch diese die Gemeinden lediglich 12,5 Prozent übernehmen hätten müssen: „Es ist enttäuschend, dass trotz der angespannten Verkehrslage keine Unterstützung von den meisten ÖVP Umland-Bürgermeistern zu erwarten ist“, sagt Stadtrat Markus Hein als Vertreter der Stadt Linz.

Der Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein: "Schluss dem Kirchturmdenken"

Der Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein: “Schluss dem Kirchturmdenken”

Die Erklärungen, warum Park + Ride Anlagen in Mühlviertler Stadtrandgemeinden nicht möglich seien, sind seit kurzem um eine originelle Facette reicher: So wird nun in den betroffenen Gemeinden die Diskussion um die Vertragsverlängerung mit den österreichischen Bundesbahnen ins Spiel gebracht. Park+Ride Anlagen auf deren Gemeindegebiet mache keinen Sinn, solange es kein neues Konzept zur Zukunft der Mühlkreisbahn gebe. Hein dazu: „Egal, wie die Verhandlungen ausgehen, es wird auf dieser Strecke sicher weiterhin ein schienengebundenes öffentliches Verkehrsmittel geben. Mit dem Kirchturmdenken muss endlich Schluss sein.” Der Verkehr steigt stetig an, die Luftproblematik in Linz wird immer dramatischer: “Trotz dieser Tatsachen schauen Umland-Politiker weg und zeigen lediglich mit dem Finger in Richtung Linz”, so Hein.

Ein Ende des Hickhacks scheint nicht in Sicht – der nächste verkehrsmäßige “Höhepunkt” ist für Montag zu erwarten, wenn auf der A7 bei der VOEST-Brücke ein Gegenverkehrsbereich eingerichtet wird….

 

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInPin on PinterestEmail this to someone
Zur Kategorie-Übersicht