Die Wirte sollen selber entscheiden

Es geht was weiter in Sachen Nichtraucherschutz: Ein landesweites Rauchverbot für unter 18-Jährige wurde fix beschlossen. Der zuständige Landesrat für Jugendschutz, Elmar Podgorschek, erläutert im LINZA-Talk den weiteren Fahrplan und äußert sich auch zur schwarz-blauen Zusammenarbeit. 

Herr Landesrat, im Herbst 2018 ist „Halbzeit“ in der aktuellen Regierungsperiode. Bitte um ein kurzes Resümee der ersten drei Jahre aus Ihrer Sicht.
Ich denke wir haben in diesen Jahren bewiesen, dass wir regierungsfähig sind und haben gemeinsam mit der ÖVP bereits vieles für Oberösterreich bewegt.

Schwarz-Blau ist auf OÖ Landesebene, aber auch im Bund das neue Regierungsmodell. Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit in Oberösterreich?
Die Zusammenarbeit auf Landesebene funktioniert wirklich sehr gut. Wir arbeiten gemeinsam und auf Augenhöhe für unsere Heimat, genau darauf kommt es an.

Wie gut funktioniert der Querpass zwischen Ihrem Ressort und dem Innenministerium in Wien?
Ich habe zum Innenministerium und zum Innenminister selbst einen guten Draht. Wir haben auch hier bereits einige konstruktive Gespräche führen können.

In Sachen Jugendschutz wird aktuell über die Anhebung des Raucheralters auf 18 Jahre diskutiert. In Oberösterreich ist derzeit noch Rauchen ab 16 erlaubt. Was ist hier der Stand der Dinge?
Wir werden das Rauchverbot für unter 18-Jährige natürliche schnellstmöglich einführen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf wollen wir noch vor dem Sommer im Landtag einbringen.

Landesrat Elmar Podgorschek: "Wichtig ist die Aufklärung, man muss den jungen Menschen vermitteln, dass Rauchen uncool ist."

Landesrat Elmar Podgorschek: “Wichtig ist die Aufklärung, man muss den jungen Menschen vermitteln, dass Rauchen uncool ist.”

Wie bewerten Sie grundsätzlich die Diskussion ums Rauchen – vertreten Sie hier ebenfalls die Position der Bundes-FPÖ?
Im Zuge dieser Debatte sollte man meiner Meinung nach die Wirten selbst entscheiden lassen, ob sie ein Raucherlokal sein wollen oder nicht. Wichtig ist die Aufklärung, man muss den jungen Menschen vermitteln, dass Rauchen uncool ist.

Und wie halten es Sie persönlich mit dem Rauchen?
Ich selbst bin Nichtraucher und rate jedem, die Finger vom Glimmstängel zu lassen.

Auch ein einheitliches Jugendschutzgesetz für ganz Österreich wird diskutiert. Ist das eine Idee, hinter der Sie auch stehen – oder sollen die einzelnen Bundesländer Spielräume haben?
Ja, aber mit Augenmaß. Für Anpassungen nach unten bzw. Erleichterungen bin ich nicht zu haben.

Sie fahren auch eine sehr harte Linie gegen illegale Spielautomaten. Was wurde hier bisher erreicht?
Der „Kampf“ gegen illegales Glücksspiel muss weitergeführt werden. Wir haben alleine im Jahr 2017 1067 Geräte beschlagnahmt. Die Zusammenarbeit zwischen Finanzpolizei, Polizei und Behörden funktioniert sehr gut. Wir werden natürlich weiterhin mit allen Mitteln gegen das illegale Glücksspiel vorgehen.

Wie lange sollen Jugendliche ausgehen dürfen? Landeshauptmann Thomas Stelzer ortet hier Änderungsbedarf.
Aus meiner Sicht ist hier derzeit keine Änderung notwendig.

Apropos Jugend: Sie sind im Land auch für die Feuerwehren verantwortlich. Wie ist hier der Zulauf seitens der jungen Menschen – oder gibt es aufgrund der immer größeren Konkurrenz an alternative Angeboten zu „Nachwuchsproblemen“?
Die Zahlen der Feuerwehrjugend sind in den vergangen Jahren immer relativ konstant. Die Feuerwehren schaffen es – trotz der alternativen Angebote – die Jugendlichen für das Ehrenamt zu begeistern.

Und wie attraktiv ist die Polizei bei jungen Österreichern als Arbeitgeber?
Der Polizeidienst ist für junge Menschen natürlich sehr attraktiv, da er durchaus abwechslungsreich ist. Das ist auch gut so, da wir gerade in den kommenden Jahren viele neue Polizistinnen und Polizisten – auch aufgrund von Pensionsierungswellen – brauchen werden. Nicht umsonst wurde gerade eine neue Recruiting-Offensive gestartet.

Wie schätzen Sie die Jugend von heute grundsätzlich ein – war früher wirklich alles besser?
Ob das Leben besser war, möchte ich nicht beurteilen. Ich denke das Leben ist heutzutage einfach schnelllebiger geworden. Auch durch die stetig voranschreitenden Technologien ergeben sich auch für unsere Jugend Möglichkeiten, die es früher einfach nicht gegeben hat.

 

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