Kreuzfahrtschiffe laden in Linz fast eine Tonne Müll pro Tag ab

Nächste Runde im Streit um den ausufernden Kreuzfahrttourismus im Linzer Donaupark: Wie jetzt bekannt wurde, laden die Schiffe jährlich 331 Tonnen unsortierten Müll pro Jahr in Linz ab – das ist fast eine Tonne pro Tag. Vizebürgermeister Markus Hein stellt sich den ausufernden Umweltproblemen entgegen und fordert “einen Generationenwechsel im Linztourismus, weil die derzeitigen Verantwortlichen die Probleme immer noch kleinreden.”

„Müllberge, Buskolonnen, die Touristen an Ziele fernab von Linz bringen, laufende Dieselaggregate, die für die Stromerzeugung rund zwei Millionen Liter Diesel verbrennen, das sind die mittlerweile offensichtlichen Probleme im Donaupark, die durch die Kreuzschifffahrt verursacht werden“, sagt Vizebürgermeister Markus Hein: „Ein stark beeinträchtigtes Naherholungsgebiet bleibt zurück, ein hoher Preis, den die Linzer für einen überschaubaren wirtschaftlichen Erfolg in Kauf nehmen sollen.“

331 Tonnen entsorgter Müll bringt kaum Umsatz
Der Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner meint hingegen, die Linz AG würde mit der Müllentsorgung “gute Geschäfte” machen. Markus Hein ging dem nach: “Eine Anfrage bei der Linz AG konnte das laut Tourismusdirektor Steiner ‚gute Geschäft‘ nicht bestätigen. Mit der Entsorgung von 331 Tonnen Abfall wurden weniger als 10.000 Euro erwirtschaftet, weil eine Tonne nur einen Entsorgungs-Ertrag von 30 Euro bringt.“ Erfolge sehen anders aus, meint Hein: “Ich lasse mich durch solche Jubelmeldungen nicht ablenken und wiederhole meine Forderung, den Schiffstourismus für Linz neu zu überdenken.”

Vizebürgermeister Markus Hein hat dem ausufernden Schiffstourismus im Donaupark den Kampf angesagt.

Vizebürgermeister Markus Hein hat dem ausufernden Schiffstourismus im Donaupark den Kampf angesagt.

“Generationenwechsel vollführen”
Hein regt an, im Linztourismus einen “längst fälligen Generationenwechsel” zu vollführen: “Solange die Verantwortlichen die Probleme klein reden und Erfolge konstruieren, wird sich – zumindest mit diesen Leuten – die Schifffahrt in Linz wohl nicht zum Positiven verändern.”

Nur jeder fünfte Schiffstourist besucht die Stadt
Auch die Gesamtbilanz dem Schiffahrttourismus ist aus Linzer Sicht überschaubar: Von 300.ooo Schiffspassagieren besuchen nur rund 60.000 (ein Fünftel) die Stadt, der Rest wird mit Bussen zu Tagesausflügen nach Krumau, Hallstatt oder Salzburg gekarrt. Hein: “Die Jubelmeldungen von Tourismusdirektor Steiner sind nicht nachvollziehbar, denn am Ende bleiben nur 2,1 Millionen Euro Umsatz, da ein Besucher lediglich rund 35 Euro ausgibt. Dafür opfern wir sicher nicht unseren gesamten Donaupark, der für viele Linzer eine wichtige Naherholungsoase darstellt.”

 

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