Linzer Architekten mit Gegen-Entwurf zu Hochhäusern: “Welcome to SlowTown!”

Die Schlacht ist geschlagen: Der internationale Architektur-Wettbewerb zum Post City Areal am Hauptbahnhof lieferte extrem spannende Projekte. In die Top 3 schafften es auch die beiden Local Heroes Caramel Architekten und Tp3 Architekten. Mit ihrer Idee „SlowTown – so geht Stadt“ präsentierten sie ein Projekt, das ohne Hochhäuser auskommt, aber alle Tribute einer städtischen Offenheit in sich vereint. Nice!

Knapp 200 Interessenten haben die Auslobungsunterlagen für den EU-weiten, zweistufigen Wettbewerb angefordert. Die schwierigen Rahmenbedingungen des rund vier Hektar großen Grundstücks wurden dabei unterschiedlich gelöst. „Die Vielfalt der eingereichten Projekte zeigt das Potenzial des Standorts auf“, sagt Architekt Andreas Kleboth, der als Mitglied der städtebaulichen Kommission die Vorgaben für die Post City definierte. Auf dem beachtlichen dritten Platz klassierten sich die Linzer Tp3 Architekten, die gemeinsame mit den Caramel Architekten einen erfrischend „anderen“ Zugang fanden. Kernidee war der Ansatz eines „Stadtteppichs/Stadtmosaiks“: Dabei herrscht auf den unterschiedlichen Ebenen stets dasselbe Grundmuster vor, vergleichbar mit einer Pixellandschaft: „Mehrere Pixel bilden eine Einheit, mehrere Blockeinheiten ein Baufeld, was einen homogenen Stadtteppich bringt“, sagt Markus Rabengruber von den Tp3 Architekten.

Mit dem vorliegenden Entwurfskonzept für die Bebauung des ehemaligen PostCity Areals wird die Frage aufgeworfen, ob das vorherrschende Modell einer Stadtentwicklung, ausschließlich durch die Umsetzung von „Wohnhochhäusern“ gelöst werden kann.

Mit dem Konzept “SlowTown” für die Bebauung des ehemaligen PostCity Areals wurde die spannende Frage aufgeworfen, ob das vorherrschende Modell einer Stadtentwicklung ausschließlich durch die Umsetzung von Wohnhochhäusern gelöst werden kann.

Hochhausfreie Zone
Trotz der vorgegebenen hohen Dichte schafft es SlowTown, ohne Hochhäuser auszukommen und stattdessen ein völlig neugedachtes Stadtquartier zu designen.  Herzstück sind dabei die Qualitäten eines örtlichen Viertels mit kleinen Straßen und Plätzen, Innenhöfen und Terrassen. Die SlowTown vereint Arbeit, Freizeit, Wohnen und Erholung in einer urbanen Dichte. Am Ende steht ein neues Stadtviertel mit unverwechselbarer Identität. Das städtebauliche Konzept setzt auf eine durchlässige Gebäudestruktur, klar definierte Blickachsen sorgen für die nötige Orientierung. 

Slowtown-770

Ziel von “SlowTown”: einen Lösungsansatz der Frage „Nutzungsmischung, flexible Kapazitäten und ein soziales, ökonomisches und nachhaltiges Zusammenspiel von vielschichtigsten Nutzungen“ in einem dichtbebauten Stadtquartier zu finden.

Grün gedacht
Und natürlich spielt auch das Klima-Thema ein Hauptrolle: Umgesetzt wurde es mit differenzierten Grün- und Platzräumen, Arkaden und abgetreppten Dachlandschaften.  Dort finden sich sieben unterschiedliche Freiraumtypen bis hin zu Urban Gardening, Aufenthalts-, Sport,- oder Spieldächer. Alle Dachflächen sind begehbar. In der urbanen Mitte wird es auf 6.000 Quadratmetern (das ist fast ein ganzer Fußballplatz) ebenfalls parkartig. Auch großzügige Spielflächen sind im Konzept vorgesehen. Nachsatz zum Klima: Ein ganz wichtiges Asset der SlowTown ist die durchdachte Anbindung und Integrierung eines fuß- und radläufigen Wegenetzes. Die Wegebeziehungen zwischen Busbahnhof und Bahnhof sind leicht über barrierefreie, begrünte Rampen oder Stiegenanlagen erreichbar.

Es ist nicht die erste aufsehenerregende, stadtgestalterische Idee der Tp3 Architekten: Das Team mit Sitz in der Altstadt kreierte als Teil des Architekturkollektivs GUT auch die Linzer Donauinsel am Jahrmarktgelände, die auf breite Zustimmung stieß und derzeit in der Diskussionsphase steckt. 

Weitere Infos: tp3.at

 

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