Ein Airbus A380, fünf Seilbahnen, sieben Fußballstadien oder 24.850 VW Golf…

Der missglückte SWAP-Deal der Stadt Linz drückt weiter aufs finanzielle Gemüt – speziell nach dem Scheitern der Vergleichsgespräche. Wenn’s vor Gericht nun ganz suboptimal in Form eines Schuldspruchs läuft, kann das die Stadt bis zu 500 Millionen Euro kosten. Eine ziemlich heftige Summe, um die man viele schönere Sachen bekommen hätte als eine danebengegangene Zinswette…

Bereits 1992 begann die Stadt Linz mit den Frankengeschäften. 210 Mio Franken wurden damals als Anleihe aufgenommen. Dieser Kredit wurde 2005 mittels Gemeinderatsbeschluss in eine neue Anleihe umgewandelt, 2007 wurde dieser Kredit mit einem risikoreichen Swap- (engl. Tausch) Geschäft abgesichert. Basis dabei war der Kurs des Schweizer Frankens. SPÖ-Finanzstadtrat Johann Mayr & Co hofften, dieser würde gegenüber dem Euro fallen. Leider war das Gegenteil der Fall, sodass je nach Berechnungsart von einem Schaden in Höhe von 500 Millionen Euro (oder sogar mehr) ausgegangen wird. Pikant: Als Einziger der damals verantwortlichen Stadtregierung sitzt heute nur noch der damalige Stadtrat und jetzige Bürgermeister Klaus Luger im Stadtsenat.

Sieben Donaubrücken oder fünf Seilbahnen
500 Millionen Euro – ein pervers großer Batzen Geld, mit dem man viele andere nette Dinge hätte tun oder kaufen können. Etwa 1,2 nagelneue Airbus A380, die größte Passagiermaschine der Welt; die etwas kleinere Boeing 737 gingen sich sogar 6,6mal aus; drei Musiktheater, sieben Fußballstadien mit einer 30.000er-Kapazität, zwölf Eishallen mit je 7.000 Plätzen, sieben neue Linzer Donaubrücken oder fünf Seilbahnen von Ebelsberg ins Linzer Industriegebiet wären alternativ auch drin gewesen.

Falsch gepokert: Fünf neue Stadion wären für die SWAP-Schadenssumme drin gewesen.

Falsch gepokert, Linz: Gleich sieben neue Stadien oder zwölf Eishallen wären für die SWAP-Schadenssumme drin gewesen.

Auch keine üble Idee: 143 (!) Cityrunner Straßenbahnen der neuesten Generation, 24.850 VW Golf oder die Vollbeschäftigung für 13.698 Linzer – ein Jahr lang und mit 2.000 Euro brutto monatlich.
Die vielleicht beste Idee für die viele Marie: Für jeden der 205.000 Linzer Bürger würde sich ein Weihnachtsgeld in Höhe von 2.439 Euro bar aufs Pratzerl ausgehen. Zumindest dann wäre die SPÖ 2021 wieder Wahlsieger, wetten?

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