Linzer Stauchaos: U-Boote sollen Entlastung bringen

Seilbahn, Zweite Schienenachse, neue Donaubrücken, Radsteg, Wassertaxi: Nach den vielen Vorschlägen zur Behebung des Linzer Verkehrschaos liegt jetzt endlich die perfekte Lösung am Tisch: “Schienenachse oder Park&Ride? Drauf geschissen”, heißt es ziemlich salopp in einem Arbeitspapier der Linz Linien: “Wir planen die Realisierung von 100% staufreien U-Boot-Linien auf der Donau.” Zum Einsatz kommen sollen russische U-Boote der “Tschernobyl”-Klasse.

“Eine weitere U-Bahn ist einfach zu teuer”, winkt man bei den Linz Linien jede weiteren Gelüste nach einer Straßenbahn unter der Erde ab. Aber was tun, um Linz ungeprügelt in einem Satz mit Weltmetropolen wie Berlin, Paris, Tokyo oder Wuppertal nennen zu dürfen? Die Idee liegt auf – oder besser gesagt in der Donau: “U-Boote statt U-Bahnen. Mit geringen Investitionen sind drei U-Boot-Linien auf der Donau machbar”, heißt es in einem ziemlich geheimen Geheimkonzept des stadteigenen Verkehrsunternehmens.

Drei U-Boot-Linien auf der Donau
Angedacht sind ein U1 (Ottensheim-Friedhof Puchenau-Steinmetzplatzl-Lentos) sowie ein U2 (Steyregg-voestalpine-Pleschingersee-Tschickbude-Lentos). Zusammenlaufen sollen die Linien beim Hauptubootbahnhof Lentos. Auch eine Kurzstrecke ist im Gespräch: “Das U3 zwischen Brucknerhaus und Jahrmarktgelände könnte die abgerissene Eisenbahnbrücke ersetzen.” Der Clou: Durch die U3-Linie könnte man den Weiterbau der Eisenbahnbrücke gleich ganz ad acta legen.
U-Boote hätten zudem den Vorteil, den mittlerweile sehr intensiven Schiffsverkehr auf der Donau nicht zu behindern. Oft reicht der Stau an Kreuzfahrtsschiffen von der Schleuse beim Kraftwerk Asten bis zur Nibelungenbrücke zurück, Tendenz weiter steigend: “Betrifft uns alles nicht, unsere U-Boot-Linien sind eine Etage tiefer unterwegs”, kichert Linz Linien-Produktverantwortlicher Klaus Fleischanderl, während er eine Taucherbrille aufsetzt und ulkige Schwimmbewegungen simuliert.

Geniale Idee oder Hirngespinst eines drogenaffinen Verkehrsplaners? U-Boote sollen schon bald das Linzer Verkehrsproblem lösen...

Geniale Idee oder Hirngespinst eines drogenaffinen Verkehrsplaners? Drei U-Boot-Linien sollen schon bald das Linzer Verkehrsproblem lösen.

Kostenlose U-Boote aus russischen Beständen
Der eigentliche Clou: Während eine Cityrunner-Straßenbahn knapp zwei Millionen Euro kostet, wären die U-Boote kostenlos zu haben. Im russischen Marinehafen von Murmansk gammeln achtzehn U-Boote der sogenannten “Tschernobyl-Klasse” vor sich hin. Normalerweise sind die 140-Meter-Dinger nur für 120 Soldaten – äh, Fahrgäste zugelassen. Durch eine Umwidmung der Torpedokammern ließe sich die Kapazität aber auf 600 Personen (Nur-Stehplatz-Version) steigern. Die 41 Meter langen Cityrunner wirken dagegen wie eine Telefonzelle – und bieten Platz für lediglich 227 Gäste.

Auch Mühlviertler Pendler-Initiative unterstützt U-Boot-Idee
Es kommt aber noch besser: Auch die streitbare Mühlviertler Pendler-Allianz erwärmt sich für dieses Projekt. “Voraussetzung ist, dass die Große Rodl bis Gramastetten und die Gusen bis Gallneukirchen aufgestaut werden, damit auch das Mühlviertel ans U-Boot-Netz angeschlossen werden kann.” Die Linz Linien versprachen, die Idee zu prüfen. Erste Ergebnisse dieser Korridoruntersuchungen werden für den 1. April 2020 erwartet.

Donau-Karpfen könnten Projekt stoppen
Problematisch ist lediglich eine von den Linzer Grünen entdeckte seltene Karpfenpopulation beim Steinmetzplatzl. Ein 20m breiter Ausweichkanal durch Alt-Urfahr (ziemlich teuer) oder eine Umsiedlung der schützenswerten Schuppentiere in den Pleschingersee (saubillig) könnte dieses Problem aber lösen. So spannend kann Nahverkehr sein!

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInPin on PinterestEmail this to someone
Zur Kategorie-Übersicht