Erinnerungen an den Luftkrieg über Linz

Die Spuren des letzten großen Weltkrieges sind in Linz auch heute noch – über 74 Jahre nach seinem Ende – allgegenwärtig: Bunkeranlagen über die Stadt verteilt, unzählige Bombentrichter in den Hügeln rund um Linz, fast endlose Luftschutzstollen in den Hängen des Freinbergs… aber auch mitten in der Stadt stößt man auf denkwürdige Erinnerungsstücke.

Wer schon mal „wild“ den Pfenningberg hinaufgewandert ist,wird sich über die dutzenden Dolinen im Waldboden gewundert haben. Hinterlassen wurden sie von unzähligen alliierten Bomben, die aus großer Höhe abgeworfen wurden und eigentlich für die damaligen Hermann Göring Werke oder das Hafengebiet gedacht waren. Niklas Salm-Reifferscheidt, der Hausherr auf Schloss Steyregg und Waldbesitzer am Pfenningberg, hat in seinem Schloss mehrere Holzstücke ausgestellt, in denen sich eingewachsene Bombensplitter befinden. In den Sandsteinterrassen des Freinbergs wurden mit dem Limonistollen einer der größten Luftschutzbunker Österreichs in den Berg gehauen,  auch der Schlossbergstollen und der Rudolfstollen in Urfahr sind Zeugen dieser Zeit. 

Weltkriegs-Bunkeranlagen beim Winterhafen

Weltkriegs-Bunkeranlagen beim Winterhafen

Zwischen 25. Juli 1944 und 25. April 1945 gab es 22 alliierte Luftangriffe auf die Stadt Linz, die meist von Italien aus durchgeführt wurden. Gleich der erste Angriff war mit 500 US-Bombern und etwa 1.600 Bomben einer der schwersten. Insgesamt wurden mehr als 20.000 Bomben über Linz abgeworfen, noch heute sollen bis zu 700 Blindgänger im Linzer Boden schlummern.  602 Häuser mit 2.940 Wohnungen wurden komplett zerstört, Linz hatte 1.679 Tote zu beklagen.

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Heute noch im Linzer Stadtbild zu sehen: originale Mannesmann-Luftschutzgitter aus dem Zweiten Weltkrieg

In manchen Linzer Straßen – etwa der Museumstraße (Haus Nr. 15 und Umgebung) finden sich am Gehsteig eingelassene, originale Luftschutzgitter der Firma Mannesmann. Sie dienten zur Abdeckung von Lüftungs- und Notausstiegsschächten aus den Luftschutzkellern unter den Wohnhäusern. Unterhalb der Stahlgitter war eine mit Flüssigkeit gefüllte Wanne angebracht. So war der Kellerschacht  auch gasdicht verschlossen.

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