Verbaut sich Linz den Zugang zur Donau mit einem weiteren XXXL-Möbelhaus?

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Das nächste umstrittene innerstädtische Bauprojekt ist auf Schiene: Zwischen ehemaliger Eisenbahnbrücke und der VOEST-Brücke soll das neue XXXLutz-Möbelhaus entstehen. Bereits jetzt geht an der Donaulände verkehrsmäßig absolut nichts mehr – und trotzdem soll hier noch ein Möbelhaus mit bis zu 10.000 Kunden pro Tag entstehen. Hinter dem Bauprojekt steckt die Raiffeisen Landesbank.

Die Raiffeisen Landesbank braucht in ihrer Zentrale beim Südbahnhofmarkt aufgrund von Sanierungs- und Umbauarbeiten Platz. Aus diesem Grund soll das dort angrenzende Linzer XXXLutz-Möbelhaus an der Goethestraße abgesiedelt werden. Die RLB stellt dem Möbelgiganten Lutz dafür ihr Grundstück an der Hafenstraße 1-3 zur Verfügung. Der dortige Bau, in dem derzeit u.a. die Bezirksrundschau und die Tageszeitung ÖSTERREICH untergebracht sind, soll geschliffen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Standort ist für ein weiteres Shoppingzentrum jedoch umstritten. Durch Eishalle, Intertrading-Bürokomplex, ETECH-Center, Donauparkstadion, Parkbad, Tabakfabrik, Ärztezentrum und Autobahnabfahrt ist die Verkehrssituation dort bereits jetzt extrem angespannt.

Von der Goethestraße/Europaplatz zur Fläche zwischen Eisenbahn- und VOEST-Brücke soll das neue XXXLutz-Möbelhaus übersiedeln.

Von der Goethestraße/Europaplatz zur Fläche zwischen Eisenbahn- und VOEST-Brücke soll das neue XXXLutz-Möbelhaus übersiedeln.

Stadtentwickler Lorenz Potocnik kennt die Probleme des Projekts: An der Donaulände gehören städtebauliche Akzente unter Berücksichtigung der Situation vor Ort gesetzt, so Potocnik. Brückenköpfe seien auf der ganze Welt Landmarks oder Tore in die Stadt. Gerade das dortige Gebiet wäre einzigartig, um ein neues Stadtviertel am Wasser zu entwickeln. Potocnik: “Was tun wir? Wir bauen ein weiteres Einkaufszentrum hin. Das ist gelinde gesagt eine Schande.“ Im neuen XXXLutz ist mit bis zu 10.000 Kunden pro Tag zu rechnen, zudem versperrt sich Linz den Zugang zur Donau damit noch weiter. Am Ball seien jetzt die Stadt Linz und Bürgermeister Klaus Luger – nur die Politik kann das Möbelhaus an der Donaulände noch verhindern: “Bürgermeister Luger muss Farbe bekennen: Steht er hinter den Interessen des Raiffeisen-Konzerns oder jenen der Linzerinnen und Linzer?“

XXXLutz-Unternehmensgruppe: 236 Einrichtungshäuser europaweit
Insgesamt betreibt die XXXLutz-Unternehmensgruppe sieben Filialen in Oberösterreich. Mit ca. 20.800 Mitarbeitern ist XXXLutz auch ein bedeutender Arbeitgeber. Das Unternehmen betreibt seit 1973 eine ununterbrochene Expansionspolitik. „Im Schnitt sind etwa drei Standorte pro Jahr entstanden. Derzeit betreibt die XXXLutz Gruppe 236 Einrichtungshäuser in Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, in Ungarn, Schweden, Slowenien, Kroatien, Bulgarien und Serbien. Zum Unternehmen gehören auch die Marken Möbelix und Mömax. Der heimische Marktanteil der drei Firmen liegt bei ca. 35 Prozent, vor Kika/Leiner mit etwa 24 Prozent und IKEA mit c. 16 Prozent.

 

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