Flughafen Linz: Straßenbahn statt Zug?

Auf wackeligen Beinen steht die geplante Anbindung der Westbahn an den Linzer Flughafen. Über 100 Millionen Euro und 50 Hektar Ackerfläche würde die Verschwenkung der schnurgeraden Bahnstrecke kosten. Jetzt wird gar von einer Seilbahn (!) zwischen Bahnhof Hörsching und dem Airport diskutiert. Weit billiger – und attraktiver – käme eine Anbindung an das Straßenbahnnetz mit einer einspurigen Stichstrecke. Die Kosten wären überschaubar, führt doch die bestehende Linie nach Traun knapp am Blue Danube Airport vorbei.

Seit September 2016 fährt die neue Straßenbahnlinie 4 bis nach Traun. Und auch die O-Bus-Linie 43 wird bis zur Trauner Kreuzung verlängert. Maßnahmen, die das öffentliche Verkehrsnetz in Linz weiter attraktivieren. Der Linzer Flughafen profitiert davon jedoch nicht, weil der letzte Lückenschluss von knapp 2,5 Kilometern fehlt. Die ÖBB plant zwar den Ausbau und die Verlegung der Westbahntrasse zwischen Linz und Marchtrenk an den Flughafen, einen fixen Baustart dafür gibt es aber immer noch nicht, auch die Anrainer und Flurbesitzer laufen gegen das Projekt Sturm.

Einspurige Stichstrecke als attraktive, kostengünstige Anbindung
Schneller und um ein Vielfaches günstiger umzusetzen wäre die Straßenbahn-Anbindung an den Airport. Von der Haltestelle Wagram ist eine kostengünstige eingleisige Strecke (mit Ausweiche auf halber Strecke) denkbar, die den Airport im Halbstundentakt mit dem Zentralraum verbindet. Die Fahrzeit von 24 Minuten könnte sogar mit dem Taxi konkurrieren. Zudem könnte der Fahrplan mit dem Linienflugplan perfekt abgestimmt werden. Der Flughafen wäre so für “Otto Normalverbraucher” um nur 2,20 Euro erreichbar – eine enorme Aufwertung vor allem für Charterpassagiere.

Knapp 2,5km lang wäre die einspurige Straßenbahnanbindung zum Linzer Flughafen

Knapp 2,5km lang wäre die einspurige Straßenbahnanbindung zum Linzer Flughafen

20 statt 100 Millionen Euro Investitionskosten
Fast 600.000 Quadratmeter wertvolles Acker- und Grünland müssten dem Projekt Westbahn-Anbindung geopfert werden. Die Fertigstellung des über 100 Millionen Euro teuren Vorhabens wäre zudem nicht vor 2025 bis 2027 machbar. Die Straßenbahn könnte dagegen direkt neben der bestehenden Bundesstraße verkehren. Die Kosten von unter 20 Millionen Euro wären überschaubar.

 

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