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OÖ startet Vorzeige-Pilotprojekt: Die Pflege als Lehrberuf

23. April 2024
in Linz, Politik
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Berechnungen zufolge benötigt Oberösterreich bis 2030 bis zu 10.000 zusätzliche Pflegekräfte, denn die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich in den nächsten 15 Jahren um 45 % auf 107.000 Personen erhöhen. Besonders junge Menschen bilden für Pflegeberufe ein großes Potenzial: Ein Viertel der 15-24-jährigen Oberösterreicher kann sich vorstellen, einen Gesundheits- bzw. Pflegeberuf zu ergreifen. Als weiteres neues Angebot startet in OÖ nun die Pflegelehre, um speziell junge Menschen für das Berufsbild zu begeistern.

Die Pflegelehre ermöglicht jungen Menschen eine weitere Einstiegsmöglichkeit in eine Pflegeausbildung direkt nach der Pflichtschule. Die Pflegelehre bietet eine praktische und theoretische Ausbildung, die junge Menschen direkt nach der Schule in einen sicheren und wichtigen Beruf führt:

  • Die Pflegelehre in Oberösterreich ist als duales System organisiert, in der Theorie und Praxis vermittelt werden: 80 % der Ausbildungszeit findet im Lehrbetrieb, 20 % in der Berufsschule statt.
  • Die theoretische Ausbildung wird an der Berufsschule Linz 1 durchgeführt, in Kooperation mit der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Neuromed Campus (OÖG).
  • Lehrbetriebe können Einrichtungen der Langzeit-, Akut- und Mobilpflege sein, sowie Agenturen für die Personenbetreuung. Pilotbetriebe für die Pflegelehre sind das Bezirksalten- und Pflegeheim Ried Haus I und dieSeniorenzentren Linz GmbH (Seniorenzentrum Spallerhof). Das Kepler Universitätsklinikum bereitet ebenfalls die Bewerbung als Lehrbetrieb vor.
  • Die neu geschaffenen Lehrberufe umfassen zwei Berufsbilder. Zum einen das der Pflegeassistenz mit einer Lehrzeit von drei Jahren und zum anderen die der Pflegefachassistenz mit einer Lehrzeit von vier Jahren.
  • Die Lehrlinge erhalten eine Lehrlingsentschädigung, die sich am Stundenlohn des Kollektivvertrags für Sozial- und Gesundheitsberufe orientiert.

Oberösterreich ist Vorreiter und bietet die Pflegelehre als Pilotbundesland an. Mit der Kooperation der Berufsschule 1 und der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Kepler Universitätsklinikum Linz wird eine theoretische, praktische und attraktive Ausbildung auf höchstem Niveau angeboten. „Wir haben daher in Oberösterreich lange für das Modell der Pflegelehre gekämpft, weil es eine weitere Möglichkeit ist, junge Menschen für eine Ausbildung im Pflegebereich zu gewinnen. Wir schaffen mit der Pflegelehre eine weitere attraktive Einstiegsmöglichkeit und einen zusätzlichen Zugang zum Pflegeberuf bereits nach dem Pflichtschulabschluss“, sagt Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.

Brachten die OÖ Pflegelehre auf den Weg: Yvonne Weidenholzer (Obfrau Sozialhilfeverband Ried), LR Wolfgang Hattmannsdorfer, LH-Stv.in Christine Haberlander, Bgm. Klaus Luger, Jennifer Nieke, Direktorin der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Kepler Uniklinikum Linz (Foto: Land OÖ/Margot Haag

„Mit der demographischen Entwicklung im Blick müssen wir alles tun, um mehr Menschen für den schönen und sinnstiftenden Beruf der Pflege zu begeistern. Wir schaffen ein weiteres Angebot für Interessierte und nutzen dafür das bereits bestehende System der Lehre“, so Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander.

Die allgemeinbildenden Gegenstände werden von Lehrern der Berufsschule Linz 1, facheinschlägige Gegenstände werden in Zusammenarbeit mit der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege der OÖG am Neuromed Campus unterrichtet. Die Stammschule ist die BS Linz 1, im ersten Berufsschuljahr sind 36 Plätze möglich.

Das Lehrlingseinkommen laut SWÖ-KV gestaltet sich bei einer 37-Stunden-Woche wie folgt:

  • 1. Lehrjahr: 905,60 € pro Monat
  • 2. Lehrjahr: 1.151,10 € pro Monat
  • 3. Lehrjahr: 1.368,70 € pro Monat
  • 4. Lehrjahr: 1.789,20 € pro Monat (betrifft nur Lehrberuf Pflegefachassistenz)

In den ersten zwei Lehrjahren einer Pflegeausbildung werden die Grundlagen der Pflege und der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, insbesondere hinsichtlich Wahrnehmen und Beobachten vermittelt. Das dritte Lehrjahr erweitert das Wissen in der Betreuung, Begleitung und Kommunikation von Menschen mit Beeinträchtigungen, geriatrischen sowie akut und chronisch erkrankten Menschen. Im vierten Jahr, spezifisch für Pflegefachassistenten, liegt der Schwerpunkt auf den erweiterten medizinisch diagnostischen Maßnahmen sowie der settingspezifischen Pflege von hochbetagten, psychisch und schwer erkrankten Menschen sowie Kindern und Jugendlichen.

Lehrbetriebe können Einrichtungen der Langzeit-, Akut- und Mobilpflege sein, sowie Agenturen für die Personenbetreuung. Pilotbetriebe für die Pflegelehre sind das Bezirksalten- und Pflegeheim Ried Haus I und die Seniorenzentren Linz GmbH Seniorenzentrum Linz, konkret das Seniorenzentrum Spallerhof. Das Kepler Universitätsklinikum bereitet ebenfalls die Bewerbung als Lehrbetrieb vor.

 

 

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