Linz und sein ganz, ganz großer Bruder

Bereits zu 19 Städten aus aller Welt hat Linz in Form von Partnerschaftsverträgen „Ja, ich will!“ gesagt. Unser Stadt ist damit Spitzenreiter: Graz hat 13 Partnerstädte, Wien elf, Salzburg zehn und Innsbruck nur sieben. Das Potenzial für Kooperationen ist riesig, wie erst kürzlich das Partnertreffen mit Chengdu bewiesen hat. Die chinesische Metropole hat 15 Millionen Einwohner und ist mit über 12.000 Quadratkilometer Fläche sogar größer als ganz Oberösterreich.

Einander besser kennen und verstehen lernen – das war das ursprüngliche Ansinnen von Städtepartnerschaften. Die Idee kam nach dem Zweiten Weltkrieg vom Europarat. Linz schloss sich damals dieser Initiative an und begründete vor 34 Jahren mit Halle an der Saale die erste Partnerschaft.

Gründe für Städtepartnerschaften gibt es viele – etwa Namensgleichheiten von Kommunen, geographische oder historische Ähnlichkeiten sowie wirtschaftliche oder kulturelle Projekte. Linz hat 19 Partnerstädte in 16 verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten. Unsere Stadt nimmt in diesem Bereich österreichweit eine Vorreiterrolle ein.

EU unterstützt Städtepartnerschaften
Manche Städte treiben‘s aber noch doller – und stehen in Sachen Städtepartnerschaften sogar auf einen Dreier: Köln, Barcelona und Tel-Aviv etwa pflegen eine sog. „Dreieckspartnerschaft“. Die EU steht hinter der Idee – und lässt sich das auch etwas kosten: Veranstaltungen zur „Vertiefung der Beziehungen europäischer Kommunen“ werden mit bis zu 25.000 Euro gefördert, Projekte mit längerer Laufzeit mit bis zu 150.000 Euro.

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Die Seidenstraße führt jetzt bis nach Linz
Die Linzer Kontakte reichen vom russischen Nishnij Nowgorod über San Carlos in Nicaragua bis nach Chengdu (China). Anlässlich des 35-jährigen Städtepartner-Jubiläums mit der  15-Millionen-Metropole Chengdu war dieser Tage eine große chinesische Delegation in Linz zu Gast, geneinsam wurde ein einzigartiges Projekt auf Schiene gebracht: Die alte Seidenstraße soll als neuer Handelsweg der Kreativität bis Linz erweitert werden. Diese wurde unter dem Titel „Sister City Silk Road“ am 19. Oktober in der Tabakfabrik feierlich eröffnet.

Liao Chenzhen, stellvertretende Generalsekretärin der Stadt Chengdu (Mitte), Vizebürgermeister Detlef Wimmer (2.v.r.) und der künstlerische Leiter der Tabakfabrik, Chris Müller (2.v.l.), bei der Eröffnung der "Linzer" Seidenstraße

Liao Chenzhen, stellvertretende Generalsekretärin der Stadt Chengdu (Mitte), Vizebürgermeister Detlef Wimmer (2.v.r.) und der künstlerische Leiter der Tabakfabrik, Chris Müller (2.v.l.), bei der Eröffnung der “Linzer” Seidenstraße

Mit der Triebkraft der Kreativwirtschaft könnte bald ein pulsierendes Band durch Österreich gezogen werden, das ein zugkräftiges europäisches Pendant zu Tel Aviv und dem Silicon Valley bildet: “Es ist eine große Ehre und Chance, dass wir mit unseren Freunden aus Chengdu eine so lebendige Städtepartnerschaft pflegen. Wir werden die Zusammenarbeit noch weiter vertiefen”, so der Linzer Vizebürgermeister und Referent für Städtepartnerschaften Detlef Wimmer.

Chinas Wolkenkratzer-Metropole Chengdu
Chengdu ist die Hauptstadt der südchinesischen Provinz Sichuan und seit 1983 Partnerstadt von Linz. Die Geschichte der Stadt reicht bis mindestens in das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück. Heute zählt Chengdu knapp 15 Millionen Einwohner, alleine die Zahl der Studenten beträgt über 200.000 – so viel, wie Linz Einwohner hat. Die Ost-West-Ausdehnung der Stadtregion beträgt 192 km, die Nord-Süd-Ausdehnung 166 km. In Chengdu gibt es aktuell 79 Wolkenkratzer mit einer Höhe über 150 Meter. Derzeit wird am Greenland Tower gebaut, der 2020 eröffnet und mit 468 Metern der höchst Bau der City sein wird. Bis 2023 folgt der Büroturm “Tianfu Center” mit stolzen 676 Metern.
Chengdu bezeichnet sich als “Panda-Hauptstadt”, hier befindet sich u.a. die berühmte Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding – eine Schutzstation, in der die Besucher sich die vom Aussterben bedrohten Großen Pandas in einem natürlichen Lebensraum ansehen können.

 

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