In der Tabakfabrik wird bald wieder geraucht

Reinhard Leitner war 20 Jahre lang im Tabakbusiness tätig, großteils davon in der 2009 geschlossenen Tabakfabrik. Jetzt startet er mit Zigaretten neu durch: Der Linzer kreierte 2014 die Marke „TSCHICK“, der Absatz stieg alleine im letzten Jahr um 19 Prozent. Derzeit wird noch im Ausland produziert, aber Leitner will wieder in die Linzer Tabakfabrik „heimkehren“: Tschick is coming home. Der LINZA hat sich mit Leitner auf eine ziemlich lange Zigarette zusammengesetzt und geplaudert.

Sind Sie verrückt geworden, Herr Leitner? In Anti-Raucher-Zeiten wie diesen eine neue Zigarettenmarke auf den Markt zu werfen? „Es muss nicht alles im Leben politisch korrekt sein“, grinst „Mister Tschick“ Reinhard Leitner. Die 20-jährige berufliche Vergangenheit in der Tabakbranche ließen ihm eigentlich gar keine andere Möglichkeit, als wieder auf Tabak zu setzen. Zudem seien sowohl Branche als Produkt faszinierend. „Die Themen Zigaretten und Tabak sind irrsinnig emotional, jeder hat eine Meinung dazu – egal ob Raucher oder Nichtraucher.“ Bereits seit Jahrhunderten werde über das Thema gestritten und diskutiert, weiß Leitner: „Die aktuelle Anti-Raucher-Stimmung ist ja keine Erfindung von heute. Schon russische Zaren schickten so manchen Untertanen nach Sibirien, wenn er pofelte.“

xxx

Leitner: “Ich will auch die Tabakanbau-Kultur in Österreich wiederbeleben”

Wiederbelebung der heimischen Tabakproduktion
Leitners „Tschick“ sind zudem ein absolutes Naturprodukt, auch heimischer Tabak wird verarbeitet. Ähm – heimischer Tabak – ist das nicht eher ein ungenießbares Kraut? „Überhaupt nicht! Aber wir mischen dennoch nur zehn Prozent Tabak aus Österreich bei, weil die Leute den Geschmack noch nicht so gewohnt sind. Von der Qualität her lässt sich das heimische Kraut aber sehr gut rauchen“, weiß Leitner. Kurze Anbau-Faustregel für jetzt möglicherweise neugierige Hobbygärtner: Überall dort, wo halbwegs guter Wein wächst, kann man Tabak anbauen. Auch in Oberösterreich (Raum Grieskirchen) wurde 300 Jahre lang Tabak produziert. Leitner: „Diese Kultur will ich ebenfalls wiederbeleben.“

78 Prozent Steuern
Vor dem absoluten Gastro-Rauchverbot, das im Mai 2018 kommt, hat Leitner keinerlei Angst: „Getschickt wird immer werden, das garantieren schon alleine die zwei Milliarden Steuereinnahmen pro Jahr“, sagt Leitner und zündet sich gleich mal eine an. Sagenhafte 78 Prozent des Preises eines Tschickpackls gehen übrigens als Steuer an den Staat, zwölf Prozent kassiert der Trafikant. Und in die restlichen zehn Prozent muss der Hersteller Produktion, Distribution und Marketing verpacken. Leitner bleiben pro 4,70 Euro-Packung dafür gerade mal 47 Cent.

Tschick-770Tschickmanufaktur in der Linzer Tabakfabrik geplant
Die Produktion soll von derzeit Ungarn baldmöglichst nach Linz zurückübersiedeln – genauer gesagt in die Tabakfabrik. „Die grundsätzliche Zusage von Direktor Chris Müller ist bereits da, sobald die Umbauten in den Magazingebäuden beginnen, legen wir los.“ Dabei wird nicht eine möglichst effiziente, schnörkellose Produktion im Vordergrund stehen: „Die einzige Tschickfabrik Österreichs soll eine Manufaktur sein – inklusive Führungen und Besichtigungen.“ Dazupassendes Projekt: ein Tabakmuseum, das die wechselvolle Geschichte des Tabakgenusses, aber auch der Produktion am Standort Linz für die Nachwelt erhalten soll. Leitner: „Ich sammle dafür schon seit Jahren tabakhistorische Gegenstände und Dokumente.“

Für Leitners „Tschick“ geht es seit 2014 jedenfalls steil aufwärts: Im Vorjahr gab es ein Umsatzplus von 19 Prozent, zu den bestehenden beiden Sorten kommen heuer noch zwei weitere Sorten – eine leichte weiße und eine kräftigere schwarze – dazu. Lust auf eine Tschick? Im Raum Linz sind Leitners Glimmstängel nahezu flächendeckend in allen Trafiken erhältlich, ebenso in Wien und Niederösterreich. Rauchen Sie sich eine an, solange es noch erlaubt ist!
www.tschickfabrik.at

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInPin on PinterestEmail this to someone
Zur Kategorie-Übersicht