• Dürre-Wüste statt grünem Band: Das etwa 23.000m2 oder etwa drei Fußballfelder  große Dach des Autobahntunnels zwischen Neuromed Campus und dem Wankmüllerhofviertel hat es diesen Sommer ganz besonders erwischt. Das nur etwa 50cm dicke, schattenlose  Erdreich auf der 560 Meter langen Einhausung wurde so richtig durchgegrillt.
In der Vergangenheit gab es bekanntlich immer wieder Vorstöße, die Fläche zu öffnen und urban nutzbar zu machen – als Fläche zum Garteln oder als Sport- und Spielplatz mit Sonnensegeln. Passiert ist bis dato nichts. Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik  brachte die Idee bereits 2020 erstmals in den Gemeinderat, blitzte bei den anderen Parteien aber ab. Es wäre das größte derartige Projekt in Europa gewesen. Linz pflanzte lieber in der Innenstadt einzelne Bäume um einen mittlerweile siebenstelligen Betrag. 

Die Einhausung Niedernhart wurde 2005 verwirklicht. Anders als beim angrenzenden Bindermichl-Tunnel wurde damals aber – wohl aus Kostengründen – auf die Möglichkeit einer Begehung, Querung und eine Nutzbarmachung verzichtet, obwohl das Dach mit einer Wiesenfläche bewachsen ist. „Schade, denn in vielen anderen Städten werden genau solche Flächen jetzt urban nutzbar gemacht. Genau an solchen Stellen könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für die „Klimahauptstadt“ herausgeholt werden“, so Linzplus-Propeller Lorenz Potocnik .

Fotos: zVG
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Jahrmarktgelände-Wettbewerb entschieden: Ist Linz reif für die (Donau-)Insel?

21. März 2018
in Linz
So hätte das Ursprungsprojekt der Linzer Donauinsel am Jahrmarktgelände ausgesehen.

So hätte das Ursprungsprojekt der Linzer Donauinsel am Jahrmarktgelände ausgesehen.

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Der mit 12.500 Euro Dotation ausgestattete Innovationspreis zur Zukunft des Jahrmarktgeländes Urfahr ist entschieden: Der erste Platz ging dabei an die Idee einer Donau-Insel. „Das Projekt ist fantastisch und wird einer Stadt wie Linz mehr als gerecht“, so das Jury-Urteil. Das Architekturkollektiv GUT, das den ersten Rang holte: „In Urfahr sollte ein einzigartiger, neuer Ort entstehen. Linz würde endlich an die Donau rücken. Und umgekehrt würde die Donau in die Stadt kommen.“

Die NEOS-Gemeinderatsfraktion hat bereits zum zweiten Mal den „Linzer Innovationspreis für Stadtentwicklung“ ausgelobt. 12.500 Euro wurden dafür von der Fraktionsförderung abgezwackt und standen erneut für Ideen, die Linz weiterbringen, zur Verfügung. Der Wettbewerb ist aber auch ein klares Statement eines aufrichtigen Umgangs mit dem Innovationspotenzial der Menschen. „Städtische ‚Ideenwettbewerbe‘, wo alle Vorschläge in der Schublade landen, bis heute keiner weiß, wer in der Jury sitzt und es ‚Goodie-Bags‘ im Wert von 15 Euro als Preise gibt, sind beschämend und zu verurteilen“, sagt Stadtentwickler und NEOS-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. Er zeigt vor, wie ein echter Ideenwettbewerb ablaufen muss, nämlich „transparent und mit hoher Wertschätzung den Teilnehmern gegenüber.“

35 Projekte wurden eingereicht, drei davon überzeugten die Jury. Das Preisgeld wurde im Schlüssel 7.000 / 4.500 / 1.000 Euro aufgeteilt. Das Siegerprojekt wird in weiterer Folge von Lorenz Potocnik bei den zuständigen Stellen (u.a. Infrastrukturstadtrat Hein und dem Gemeinderat) zur weiteren Prüfung eingebracht.

Rang 1 für die (Donau-) Insel – das Projekt überzeugte die Jury auf allen Längen
Rang 1 für die (Donau-) Insel – das Projekt überzeugte die Jury auf allen Längen

Platz 1: Architekturkollektiv GUT –  “Reif für die Insel”
Das Architekturkollektiv GUT macht einen klaren Vorschlag für die Zukunft und Gestalt des Urfahraner Geländes: ein kleiner Nebenarm der Donau umspült das Gelände, fließt bis zu den Häusern heran und bilden dadurch auch einen sehr starken, aber nach wie vor offenen Raum. Die Idee ist nicht komplett neu, aber sehr präzise umgesetzt. Insbesondere die Spitze der schiffsförmigen Insel überzeugte. Auf der Insel wäre der Fluss sehr stark zu spüren, ein neuer und nicht nur für Linz einzigartiger Ort würde entstehen.

Eine Fußgänger- und Fahrradbrücke von Linz über die Donau wurde schon oft besprochen und sogar geplant. Mit der Neugestaltung des Urfahraner Geländes und dieser Insel bekommt sie aber eine ganz andere, zentrale Bedeutung. Plötzlich führt diese Brücke an den in Zukunft attraktivsten Ort der Stadt. Ja, Linz ist reif für die Insel! Hier würde eine wirklich einzigartige, neue Fläche entstehen, die zusätzlich jede weitere Nutzung weiterhin ermöglicht. Das enorme Potential der Fläche scheint hier gehoben zu werden, die Donau würde mitten in die Stadt rücken. Das Projekt wirkt nur auf den ersten Blick „unmöglich“, bei näherer Betrachtung ist es sogar logisch und sehr naheliegend.

Platz 2: Projekt „Linzer Labor“ von Hannah Kordes
„Linz braucht ein zentral gelegenes Experimentierfeld, das entgegen der städtischen Verwertungslogik eine langfristige Nutzungsvielfalt ermöglicht. Hier probiert man gemeinsam Neues aus.“ sagt die junge Architekten und Aktivistin Hannah Kordes.
Die Jury wiederum (Auszug Juryprotokoll) beschreibt das Projekt folgend: „Die Vorstellung ist gewagt: Mitten in der Stadt tut sich ein wildes Labor auf, wo Hochhäuser neben Selbstbau- Hütten entstehen. Hier wird am lebendigen Leib experimentiert, die Donau ist mittendrin, die Autorin wirft die essentielle Frage auf, wie wir eigentlich leben wollen. Das Bild ist phantastisch und regt die Phantasie gewaltig an. Jeder in der Jury träumt ein Stück vor sich hin, die eine sieht darin ein sozialkritisches Labor, der andere einfach nur eine Utopie oder einen besonderen Garten. Sind das Höhlen da hinten rechts? Gibt es da wirklich auch ein Hochhaus? Das Bild bleibt undeutlich…., wahrscheinlich beflügelt aber gerade dieser vage Zustand, und die Jury ist sich einig, dass Linz so ein wildes Labor oder Experimentierfeld am Wasser und mitten in der Stadt sehr gut brauchen könnte.“

3. Preis: Projekt „Lendmark“ von Max Schwarzmüller
Auch hier ein Auszug aus dem Juryprotokoll: „….Flussabwärts wird es am Spannendsten, unter den Brücken entstünde ein hochwertiges Sumpfgebiet, eine Art Biotop. Das ist insofern interessant, als das Brückenumfeld voraussichtlich nicht gestaltet wird. Trotz der vielen anregenden und ästhetisch ansprechenden Elemente, ist der Vorschlag jedoch keine wirklich innovative Antwort oder Lösung für die Zukunft des gesamten Areals.“

Platz 2 beim NEOS Innovationswettbewerb: "Labor Linz".
Platz 2 beim NEOS Innovationswettbewerb: „Labor Linz“.
Der dritte Platz mit dem Titel Lendmark(t) bezieht auch das Gelände um die neue Eisenbahnbrücke mit ein.
Der dritte Platz mit dem Titel Lendmark bezieht auch das Gelände um die neue Eisenbahnbrücke mit ein.

 

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