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Linz und seine Wahlversprechen: Bitte warten…

24. Juli 2022
in Linz, Politik
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Viele Linza haben sich im Wahljahr 2021 fast schon verwundert die Augen gerieben, was da vor knapp einem Jahr alles für Baubeginne „im Herbst 2021“ versprochen wurden – wie etwa die Umgestaltung des Jahrmarktgeländes, das seit mittlerweile fünf Jahren großteils brachliegt. Oder der Radhighway auf der alten Florianerbahn-Trasse in Pichling. Passiert ist bis dato: Nix.

Der 3,5m breite Radweg auf der ehemaligen Florianertrasse zwischen der Stadtgrenze nach St. Florian, Pichling und Ebelsberg sollte laut einem Posting von Bürgermeister Luger vom April 2021 „im Herbst 2021“ errichtet werden – und damit just zum Zeitpunkt der Gemeinderatswahl… aber es kam genau das, was viele vermuteten: Bis heute fuhr kein Bagger auf, ob und wie es weitergeht, steht in den Sternen. Nächster vermutlicher „Baubeginn“: Wahrscheinlich 2027 – zufälligerweise wieder ein Wahljahr… 🥳

Gesamtkosten: statt 760.000 bis zu 1,5 Mio. Euro.
Laut Ausschreibung der Stadt Linz zur Durchführung der Arbeiten ergab Gesamtkosten in Höhe von 760.000 Euro. Der Anteil von 50 Prozent der Kosten für die Stadt Linz beträgt somit 380.000, die andere Hälfte übernimmt das Land Oberösterreich – diese Zahl datiert allerdings vom Juni 2021. Realistischerweise wird das Projekt durch die fast einjährige Verzögerung und die enorm bestiegenen Baupreise jetzt wohl um die 1,3 bis 1,5 Millionen Euro kosten.

Screenshot: Facebook. Foto: Redaktion

Ähnlich ist es beim Projekt „Donauinsel“, bei dem das versiegelte Jahrmarktgelände (dessen sechs Fußballfelder große Asfaltpfäche im Sommer über 60 Grad heiß wird) begrünt und mit einer Donaubucht zur Naherholungszone werden sollte): Hier wurde ebenfalls ein Baubeginn „noch im Jahr 2021“ versprochen, nachdem der dortige Parkplatz bereits 2017 (!) gesperrt wurde und seitdem an etwa 48 Wochen im Jahr lediglich als Backofen zum Aufheizen der Linzer Luft verwendet wurde.

Kommentar
Warum dauert das alles so lange? Und warum ständig diese billigen Wahlversprechen, die nicht mal das Zeitungspapier wert sind, auf denen diese gedruckt werden? Dass es viel schneller gehen kann, beweisen private Projekte wie die LASK Arena auf der Gugl, die Schiffsanlegestelle in Urfahr, der Bruckner Tower oder auch das Quadrille-Ensemble in der Tabakfabrik. Wenn potente private Investoren dahinter stehen, steckt Professionalität drin. Aber sogar stadteigene Projekte wie das Donauparkstadion gehen in Ausnahmefällen relativ flott von der Hand. Es geht also, wenn man will. Oder wenn private Interessen dahinterstehen.

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