Horrorerlebnis im Shoppingtempel: sieben Stunden auf Rolltreppe gefangen

Diesen Höllentrip wird der Linzer Kevin Fleischanderl (19) wohl sein Leben lang nicht vergessen: Aufgrund eines Defekts war er in der Plus City mit anderen Kunden sieben Stunden lang auf einer steckengebliebenen Rolltreppe gefangen. Ein exklusiver Exklusiv-Bericht unserer verQUERt-Redaktion.

“Ich wollte in der Plus City zum McDonalds in den ersten Stock hinauffahren, als auf halber Strecke urplötzlich die Rolltreppe stehenblieb, Oida!”, schildert Fleischanderl die dramatischsten Momente seines noch so jungen Lebens. Sieben Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der Rolltreppe. “Es war furchtbar, überall Geschrei, Panik und in Angstschweiß gebadete Körper. Wir konnten weder vor noch zurück, krallten uns in Todesangst an den Handläufen fest”, so der 19-jährige Installateur. Das in Windeseile herbeigerufene Spezialistenteam – ein Haustechniker und sein Lehrling – konnten den Schaden bald lokalisieren. Es sollten aber noch sieben weitere Stunden vergehen, bis die durchgebrannte Sicherung ausgetauscht werden und die Kunden ihre Rolltreppenfahrt fortsetzen konnten.

Davor spielten sich menschliche Tragödien in fast drei Metern Höhe ab: Auf der Rolltreppe stehend mussten die Festsitzenden ausharren, den Werbedurchsagen der Plus City ausgeliefert, ohne Sitzgelegenheiten… dazu machten sich quälender Hunger und Durst breit. Ohne funktionierende Rolltreppe war an eine Versorgung der darbenden Opfer jedoch nicht zu denken. Der von der Bergrettung angeforderte Hubschrauber musste unverrichteter Dinge abdrehen, weil er aufgrund der niedrigen Raumhhöhe nicht an die Rolltreppe heranfliegen konnte. Auch die Feuerwehr musste w.o. geben – der Kranwagen verhedderte sich in der zu schmalen Eingangs-Drehtür der Plus City.

Wurde nicht aufgegessen: Dackel Maxi (4)

Wurde nicht aufgegessen: Dackel Maxi (4)

Dackelfleisch als lebensrettende Proteinquelle
Als die ersten Opfer Schwächeanfälle erlitten, wollte ein ebenfalls auf der Rolltreppe festsitzender Hundebesitzer seinen Dackel Maxi schlachten, um eine Notversorgung zu ermöglichen. Glücklicherweise kam es nicht dazu: Just als der Mann seinen Hund mit einem Taschenfeitl enthaupten und tranchieren wollte, sprang die Rolltreppe wieder an.
Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut zur Stunde immer noch einige der Opfer: “Nach vier Stunden Stehen bekam ich einen höllischen Krampf im Unterschenkel. Ich dachte meine letzte Stunde hat geschlagen”, schluchzt Junay Ögskün (43) von Weinkrämpfen geplagt. “Und bei mir war nach einer guten Stunde der Handy-Akku aus, ich war völlig von der Außenwelt abgeschnitten”, berichtet Bankangestellte Anne Menninger (33) von einer weiteren unglaublichen menschlichen Tragödie da oben auf der Rolltreppe.

EU reagierte sofort
Vorbildlich schnell reagiert hat die EU nach dieser Beinahe-Katastrophe: Alle Rolltreppen müssen bis spätestens 2016 mit einer Handkurbel und Notrutschen ausgestattet werden. Zudem wurde Hundefleisch nach der EU-Norm “W-A-U-4711” als “für den menschlichen Verzehr geeignet” zertifiziert.

 

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