Radleroffensive: Linz soll Kopenhagen werden

Eine Verdoppelung des Radwegbau-Budgets und die Errichtung von “Super-Cycle-Highways” fordern die oberösterreichischen Grünen. Analog zum Landesstraßenbauprogramm soll ein Landes-Radwegeprogramm geschaffen werden. Großes Vorbild: die “Radwelthauptstadt” Kopenhagen.

Kopenhagen zeigt’s vor:  Dort beträgt der Rad-Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen 37 Prozent. “In Oberösterreich wäre ein massiver Schub notwendig, dafür müssen wir aber die Prioritäten richtig setzten und zusätzlich Geld in die Hand nehmen“, fordert die grüne Verkehrssprecherin Ulrike Schwarz eine Verdopplung des Radwegbau-Budgets von derzeit fünf auf zehn Millionen Euro.

Kopenhagen: Radwelthauptstadt
37 Prozent aller Wege werden in Kopenhagen mit dem Fahrrad zurückgelegt, das sind circa 1,2 Millionen Kilometer täglich. Außerdem ist dort die Infrastruktur für den Radverkehr sehr gut ausgebaut, Radler haben mehr Platz und sind gegenüber Autofahrern teilweise sogar bevorzugt. So sind Radwege sind durch einen Randstein abgetrennt, auf Kreuzungen sind die Fahrradspuren blau markiert. Dänemarks Hauptstadt hat zudem ein ambitioniertes Ziel: Bis 2050 will man die weltweit erste CO2-neutrale Stadt sein. Mehr Radfahrer und weniger Autos sind ein großer Schritt zu diesem Ziel.

In Kopenhagen sind es neben Großprojekten wie die Errichtung von „Super-Cycle-Highways“ – Radschnellwege für besonders stark belastete Pendlerachsen – vor allem viele kleine Maßnahmen, die die dänischen Verkehrsplaner gemeinsam mit den lokalen Fahrrad-Organisationen umgesetzt haben:  Dazu zählen eine „Grüne Welle“,  die den Radlern mittels LED-Lichtern am Radweg angezeigt wird, intelligente Ampelschaltungen sowie ausreichend Abstellplätze an stark frequentierten Orten.

Auch Berlin setzt aufs Fahrrad
Und in Berlin wurde mit sogenannten “Pedelecs” (Elektrofahrräder, bei dem der Fahrer nur dann von einem Elektroantrieb unterstützt wird, wenn er in die Pedale tritt)  bewiesen, dass der Radverkehr auch in ländlichen, hügeligen Regionen wie Oberösterreich massiv ausbaufähig ist. Elektrofahrräder sind bei Strecken von fünf bis fünfzehn Kilometer eine echte Alternative zum Auto, wenn umweltfeundliche Elektromotoren unterstützend mitwirken.

Oberösterreich wäre, so die Grünen, ebenfalls ein guter Boden für solche überregionalen Super-Cycle-Highways: „Hier hat das Land eine besondere Verantwortung: Denn wenn wir überregionale Radverkehrsverbindungen schaffen wollen, ist das Land gefordert, sich stärker zu engagieren und die Gemeinden finanziell zu unterstützen“, fordert Schwarz.

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