Randale und Proteste wegen Israels Teilnahme, Sauwetter und jede Menge leere Betten: So hat sich Wien den Eurovision Song Contest nicht vorgestellt. Gut, dass dieser Kelch an Linz und Oberösterreich vorübergegangen ist.
Ein Event zum Europatag am Stephansplatz in Wien wurde von propalästinensische Demonstranten genutzt, um Bürgermeister Ludwig in Grund und Boden zu pfeifen. Ludwig wehrte sich, indem er ins Mikro brüllte „“Wir lassen uns hier nicht wegterrorisieren“ – die Nerven liegen ganz offensichtlich blank in Wien.
Fünf Länder – darunter Spanien und die Niederlande – bleiben wegen Israels Teilnahme am ESC gleich ganz fern. Wiens Tourismus-Chef Kettner redete sich gestern in der ZIB2 die Situation dennoch schön: 75 Prozent betrage diese Woche die Auslastung der Hotelbetten – das sei immerhin mehr als der Jahresschnitt von 71 Prozent. Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass diese Auslastung für die Songcontest-Woche und ein langes Wochenende mit Donnerstag-Feiertag sehr überschaubar ist. Der Mai 2026 soll zudem klar unter den Vergleichsmonaten der vergangenen Jahre liegen.
Ein Blick in die großen Buchungsplattformen wie booking.com zeigt auch, dass die Zimmerpreise in Wien derzeit kaum oder gar nicht über dem normalen Niveau liegen und es jede Menge freie Kapazitäten gibt – was für die Zeit rund um so ein großes Event eher unüblich ist. Das Motel One am Hauptbahnhof verlangt fürs Doppelzimmer aktuell etwa 107 Euro, am Westbahnhof sind’s 113 Euro – beides Preise, die dem Jahresschnitt entsprechen.
Auch ein völlig aufgeblähtes Programm mit mehreren Probeshows, Halbfinals und Konzerten generierte offensichtlich zu wenigen Anziehungskraft. Wetterbedingt fallen auch die vielen Public Viewing im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser. Die Gesamtkosten für den ESC werden auf 36 Millionen Euro geschätzt, wobei das eher die untere Grenze sein dürfte.
Offen ist auch, was noch alles an Protesten vor und in der Wiener Stadthalle auf Wien zukommt – von der Terrorgefahr im „bunten“ Wien ganz abgesehen. Böse Zungen könnten jetzt sagen: Wien erntet das, was Ludwig und die SPÖ jahrelang gesät haben…















