Der Flughafen Linz bekommt eine neue Eigentümerstruktur: Das Land Oberösterreich übernimmt die bisher von der Stadt gehaltenen 50 Prozent und wird Alleineigentümer. Der vorläufige Kaufpreis beträgt lediglich 1,325 Millionen Euro. Danach soll der Airport stabilisiert und ein strategischer Partner ins Boot geholt werden.
Mit dem Beschluss des OÖ. Landtags ist der Weg frei: Die Oberösterreich Verkehrsholding übernimmt den Stadtanteil am Flughafen. Statt zweier öffentlicher Eigentümer gibt es künftig einen klaren Eigentümer – Entscheidungen sollen damit schneller möglich werden.
Bemerkenswert ist der Preis: Nur 1,325 Millionen Euro kostet die Hälfte des Flughafens. Grundlage ist ein KPMG-Gutachten. Der niedrige Wert zeigt allerdings auch die wirtschaftlichen Herausforderungen: Nach der Discounted-Cash-Flow-Methode fiel die Bewertung laut Medienberichten sogar negativ aus. Dazu kommen offene Kosten für die Sanierung PFAS-belasteter Bereiche und notwendige Arbeiten an der Piste. Der endgültige Kaufpreis kann deshalb noch angepasst werden.
Privater Partner mit bis zu 49 Prozent
Das Land will aber nicht dauerhaft Alleineigentümer bleiben. Bis zu 49 Prozent sollen an einen strategischen Partnerverkauft werden. Gesucht wird nicht nur Kapital, sondern vor allem internationales Netzwerk und Luftfahrt-Know-how. Zuvor soll der Flughafen attraktiver gemacht werden. Für 2027 sind weitere fünf Millionen Euro vorgesehen. Ein zentraler Baustein ist zudem die wieder aufgenommene Frankfurt-Verbindung, die das Land über vier Jahre mit bis zu 36 Millionen Euro unterstützt. Erste positive Signale gibt es: 2025 wurden 262.347 Passagiere abgefertigt – ein Plus von 45,2 Prozent gegenüber 2024.
Genau darin sieht Wirtschaftslandesrat und Flughafen-Aufsichtsratschef Markus Achleitner eine große Chance: „Mit der einfacheren Eigentümerstruktur schaffen wir mehr Handlungsfähigkeit und damit eine wichtige Voraussetzung für die strategische Neuaufstellung des Flughafens. Unser Ziel ist eine langfristig tragfähige Lösung für diesen wichtigen Standortfaktor.“
Billig wird der Neustart dennoch nicht. Der Landesrechnungshof sieht bis 2035 einen möglichen zusätzlichen Finanzbedarf von 27,6 bis 45 Millionen Euro, mögliche Umweltkosten noch nicht eingerechnet. Die Richtung ist damit klar: Das Land übernimmt das Steuer, stabilisiert den Airport und sucht anschließend einen starken Partner. Gelingt dieser Plan, könnte die Neuordnung tatsächlich zum Neustart für den Linzer Flughafen werden.














