Die Traun bekommt in Linz wieder mehr Platz zum Fluss-Sein: Zwischen Ebelsberger Brücke und Eisenbahnbrücke wird auf 1.340 Metern renaturiert. Aus dem über Jahrzehnte eingeengten Flussbett soll wieder eine lebendige, naturnahe Flusslandschaft werden. Es dürfte sich allerdings um eine Sparversion handeln. Ursprünglich war eine Renaturierung bis hinauf zur A7-Autobahnbrücke geplant. Statt 8,2 Millionen kostet das Projekt jetzt nur noch 2,8 Millionen Euro.
Ältere Semester werden sich erinnern: Die Traunauen in Ebelsberg waren vor einigen Jahrzehnten ein durchgehendes wunderschönes Naturparadies mit Seitenarmen, Stillgewässern und unberührtem Auwald, ehe der Bau des Jaukerbach-Kanals und des Kleinkraftwerks Kleinmünchen im Jahr 1978 das gesamte Areal quasi trockenlegten. In den 1970er-Jahren noch war Kleinmünchen von mehreren Bächen durchzogen, diese wurden entweder in Kanäle abgeleitet, zugeschüttet oder unter die Erde verlegt.
Spatenstich zur (Teil-)Renovierung der Unteren Traun bei Ebelsberg. (Foto: Land OÖ/Stinglmayr)
Jetzt soll der Urzustand – allerdings um viel Geld wiederhergestellt werden. Das Projekt „LIFE IRIS Untere Traun“ hat ein Volumen von 2,81 Millionen Euro und wird über das Umweltförderungsgesetz vom Bund sowie von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE-Programms finanziert. LIFE IP IRIS Austria bringt Bund, Länder und weitere Partner zusammen, um Österreichs Flüsse wieder naturnäher zu gestalten und wertvolle Lebensräume zu schaffen.
Aus dem Flussbett wird wieder Lebensraum
Wo heute mit schwerem Gerät angefangen wird, soll schon bald wieder mehr Natur zu Hause sein. Die Traun wurde über Jahrzehnte eingeengt und reguliert. Jetzt bekommt sie wieder mehr Platz für ihren natürlichen Lauf. Dafür wird die Flusssohle angehoben und der Verlauf abwechslungsreicher gestaltet. So entstehen flache Bereiche, in denen Fische laichen können, geschützte Rückzugsräume für Jungfische und tiefere Stellen, die ihnen im Winter Schutz bieten.
Die Traun soll damit wieder mehr das werden, was ein Fluss sein kann: ein vielfältiger Lebensraum für Fische, viele andere Tiere und den Menschen.
„Oberösterreich tut was für seine Flüsse und für die Artenvielfalt, die darin lebt. An der Unteren Traun geben wir dem Fluss wieder mehr von seiner natürlichen Struktur zurück und schaffen wichtige Laichplätze und Rückzugsräume für unsere heimischen Fischarten. So stärken wir die ökologische Vielfalt und werten gleichzeitig einen wichtigen Lebens- und Erholungsraum mitten im Linzer Stadtgebiet auf.“ Agrar- und Fischerei-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Sparvariante?
Das Ursprungsprojekt sah eine noch größere Lösung vor: Zwischen der Autobahnbrücke und Ebelsberger Brücke sollte linksufrig Flussaufweitungen und Laufverschwenkungen mit der Möglichkeit zur eigendynamischen Weiterentwicklung geplant. Durch Uferrückbau und Umlagerungen waren im gesamten Maßnahmenabschnitt dabei naturnahe Uferzonen mit flach ausgeprägten Gradienten.
Erster Plan zur Renaturierung (oben) und aktuelles Projekt (unten): Die Traun zwischen Auwiesen und Ebelsberg sollte laut Plan ursprünglich großzügig renaturiert werden, jetzt kommt eine nur halb so lange, kleinere Version.
Jetzt wird lediglich der Bereich zwischen Ebelsberger Brücke und Eisenbahnbrücke auf etwa halber Länge umgesetzt, 8,2 Millionen wurden als Kostenrahmen genannt. Ob auch der zweite Teil stromaufwärts irgendwann umgesetzt wird, ist offen. Das verkleinerte Renaturierungsprojekt kommt mit 2,8 Mio. Euro aus.