Nanu, was gilt denn nun? Ausgerechnet an Haltestellen der LINZ AG LINIEN, an denen ausdrücklich Rauchverbot herrscht, lässt die Stadt Linz neue Aschenbecher montieren. Was als Maßnahme gegen achtlos weggeworfene Zigarettenstummel gedacht ist, sendet damit ein ziemlich widersprüchliches Signal: Hier darf zwar nicht geraucht werden – aber für die Zigarette steht schon der Aschenbecher bereit. Sinnvoller als derlei „Raucher-Einladungen“ wären große Verbotsschilder und entsprechende Kontrollen samt Strafen, aber die sind einmal mehr nicht angedacht….
Die Stadt Linz startete am Sonntag ein neues Pilotprojekt unter dem Titel „Neue Aschenbecher für ein sauberes Linz“. An sechs stark frequentierten Standorten sollen zusätzliche Behälter für Zigarettenstummel montiert werden. Den Anfang macht ausgerechnet die hochfrequentierte Haltestelle Rudolfstraße, wo gleich zwei neue Aschenbecher angebracht werden. In den kommenden zwei Wochen folgen unter anderem der Taubenmarkt und die Haltestelle Goethekreuzung sowie Bahnhofspark, Volksgarten und Fernbushaltestelle Industriezeile.
Die Idee dahinter ist grundsätzlich nachvollziehbar: Zigarettenstummel sollen nicht auf Gehsteigen, Grünflächen oder Straßen landen. Umweltstadträtin Eva Schobesberger begründet das Projekt damit, dass achtlos weggeworfene Zigarettenstummel ein Umweltproblem seien und das Gefühl mangelnder Rücksichtnahme verstärkten. Bewähren sich die neuen Behälter, soll die Maßnahme weiter ausgebaut werden.
- Nur: An den Öffi-Haltestellen darf ohnehin nicht geraucht werden, die Regeln der LINZ AG LINIEN sind hier eindeutig. Im „Verkehrs-ABC“ heißt es online: „Rauchen ist in Bussen und Straßenbahnen ausnahmslos verboten. Bitte beachten Sie auch das Rauchverbot an den Haltestellen.“
Aschenbecher als falsches Signal?
Wird ein Aschenbecher mitten im Haltestellenbereich oder unmittelbar beim Wartebereich angebracht, kann bei Fahrgästen leicht ein völlig anderer Eindruck entstehen: Rauchen scheint hier offenbar geduldet oder sogar vorgesehen zu sein. Gerade Raucher könnten die neuen Behälter daher als Einladung und „Erinnerung“, doch noch schnell eine zu pofeln, verstehen. Denn wo ein Aschenbecher hängt, liegt die Annahme nahe, dass dort auch geraucht werden darf.
Konsequenter wäre daher eine klare Trennung und ebensolche Regeln: Aschenbecher dort, wo Rauchen erlaubt ist – deutlich sichtbare Rauchverbotsschilder dort, wo es verboten ist – die gibt s aber nicht – ebenso wenig wie eine entsprechende Kontrolle und drastische Strafen für Tschicksünder. An Öffi-Haltestellen wäre die logischere Botschaft eher: „Denken Sie erst gar nicht daran, sich eine anzuzünden, sonst wird’s teuer.“
Foto: Facebook/Schobesberger / KI-bearbeitet















