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Umstrittenes Wohnbauprojekt in Pichling lässt die Wogen hochgehen

8. Mai 2018
in Linz
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Auf Bürgermeister Klaus Luger nicht gut zu sprechen ist die Bürgerinitiative Linz-Süd: Luger soll versprochen haben, im Streit um ein 270 Wohnungen-Bauprojekt der LAWOG einen „Konsens herbeizuführen“. Seit dem letzten Gesprächstermin sei Luger aber auf Tauchstation: „Dafür flatterte uns der positive Baubescheid für das Bauprojekt ins Haus, wir Anrainer werden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Gerald Ludwig von der Bürgerinitiative. Jetzt will man sich mit Händen und Füßen gegen das Projekt wehren: „Sollte es nötig sein, gehen wird bis vor das Verfassungsgericht.“

Stein des Anstoßes: Ein XL-Wohnprojekt in einem Teil Pichlings, in dem derzeit nur Einfamilienhäuser stehen. 270 Wohnungen sollen hier entstehen. Ohne gültigen Bebauungsplan, ohne Verkehrskonzept, sagt die Bürgerinitiative Linz-Süd: „Die Gegend erstickt bereits jetzt im Verkehr.“ Bis Ende letzten Jahres sei zudem nur von eine dreistöckigen Bebauung derFläche die Rede gewesen. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen habe es eine Infoveranstaltung gegeben, bei der auf einmal von fünf Stöcken und 17 Metern Bauhöhe die Rede gewesen sei. Anrainer Gerald Ludwig: „Politisch besetze Genossenschaften wird ohne nachvollziehbaren Grund mehr Baurecht und eine höhere Dichte eingeräumt, während die Bewohner mit Vorschriften gegängelt werden.“ Konkret nennt die Bürgerinitative einige Ansuchen, vereinzelte Dachgeschoße von Einfamilienhäusern zu erhöhen: „In einem Fall ging es gerade mal um 50 Zentimeter Bauhöhe, das wurde von der Behörde aufgrund einer möglichen Beeinträchtigung des Ortsbildes abgewiesen. Aber 17 Meter hohe Wohnblöcke sollen das Ortsbild nicht beeinträchtigen? Das versteht keiner.“

Die Vertreter der Bürgerinitiative Linz-Süd (vl.): Michael Mandl, Patricia Niedermayr, Petra Hofer, Gerald Ludwig
Die Vertreter der Bürgerinitiative Linz-Süd (vl.): Michael Mandl, Patricia Niedermayr, Petra Hofer, Gerald Ludwig

Die Bürgerinitiative Linz-Süd hat in den letzten vier Monaten bereits 1.466 Unterschriften von Bewohnern gesammelt, auf der Facebook-Seite gibt es auch schon 800 Unterstützer. Die Forderung sind klar: „Sofortiger Baustopp, ein neuer Bebauungsplan und Redimensionierung des Projekts, dazu Erstellung eines Verkehrskonzepts für den Linzer Süden.“

„Die Anschuldigungen der Bürgerinitiative Linz-Süd sind zum Teil sehr schwerwiegend und inhaltlich nicht nachvollziehbar. Die Forderung nach einem Baustopp entbehrt jeglicher rechtlichen Grundlage“, sagt dazu der zuständige Infrastrukturstadtrat Markus Hein. „Die LAWOG als Grundeigentümer darf rechtmäßig auch ohne Bebauungsplan die derzeit gültige Dichte (GFZ 0,6) laut Flächenwidmungsplan konsumieren. Gebaut werden muss, wie auch in vielen anderen Gebieten, die über keinen Bebauungsplan verfügen, nach der oberösterreichischen Bauordnung.“

Infrastruktur-Stadtrat Markus Hein (FPÖ)
Infrastruktur-Stadtrat Markus Hein (FPÖ)

Auch die Behauptung, dass die Tiefgarage wegen des kontaminierten Grundes nicht in die Tiefe gehe, sei laut Hein falsch: „Das einzige Problem, warum die Tiefgarage – wie auch andere Häuser in dieser Nachbarschaft – nicht in die Tiefe gehen kann, ist der hochliegende Grundwasserspiegel. Sollte es tatsächlich Verunreinigungen des Bodens geben, sind diese selbstverständlich im Rahmen des Bauvorhabens zu beseitigen. Dazu gibt es in Österreich sehr strenge Auflagen.“

Und zum Thema Verkehr: „Linz arbeitet aktuell an zahlreichen Verkehrsprojekten, die den Linzer Süden nachhaltig entlasten sollen.“ Beispiele dafür seien der Autobahn-Halbanschluss Linz/Pichling, der Bau einer Erschließungsstraße für die SolarCity, der geplante Bypass für den Mona-Lisa-Tunnel, das Seilbahnprojekt Linz Süd-Industriegebiet, die Neue Traunbrücke im Bereich der Kaserne Ebelsberg sowie die bessere Erschließung durch den Öffentlichen Verkehr. Hein: „Einige dieser Projekte sind der Bürgerinitiative bekannt. Es scheint aber so, dass man diese genauso wenig wie den bereits existierenden Öffentlichen Verkehr gerne ausblendet.“

 

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