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Nur 3,6 Prozent Unterstützung: Pendler-Allianz ein Rohrkrepierer?

3. Januar 2017
in Politik
In 75 Prozent aller Pendler-Autos sitzt lediglich der Fahrer – und sonst niemand.

In 75 Prozent aller Pendler-Autos sitzt lediglich der Fahrer – und sonst niemand.

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Nicht so recht in die Gänge kommt die von ÖVP-nahen Kreisen ins Leben gerufene „Pendlerallianz“. Obwohl täglich über 110.000 Menschen nach Linz einpendeln, werden die Hauptforderungen „Gegen den Stau in Linz und Erhalt von (gebührenfreien) Parkplätzen“ derzeit nur von 3.943 Pendlern unterstützt. Verkehrsexperte Christian Gratzer vom VCÖ hält die Wünsche der Pendlerallianz für nicht zielführend.

Kein Wunder, dass der Autoverkehr im Raum Linz an seine Grenzen stößt: Nur 1,1 Personen sitzen durchschnittlich in einem Pendler-PKW. Satte 75 Prozent der 110.000 Linz-Pendler benutzen das Auto als Verkehrsmittel.
Die von ÖVP-Bürgermeistern ins Leben gerufene Pendlerallianz ist seit November 2016 online. Deren Forderungen wurden auf der Seite http://gegen-den-stau.at bis Anfang Jänner 2017 dennoch lediglich von 3.943 Menschen – das entspricht gerade mal 3,6 Prozent der Linzer Einpendler – unterstützt, obwohl die entsprechende Unterstützungerklärung formlos online und ohne Nachweis einer Identität erledigt werden kann.

Der kostenlose Pendlerparkplatz am Jahrmarktgelände bietet bis zu 1.000 Autos Platz
Der kostenlose Pendlerparkplatz am Urfahraner Jahrmarktgelände bietet bis zu 1.000 Autos Platz

VCÖ empfiehlt Citymaut statt Gratisparkplätze
Einige der Hauptforderungen der Pendlerallianz: Öffnen des Kraftwerkes Asten für den Autoverkehr, mehr Parkverbote an den Stadteinfahrten (um mehr Fahrspuren für Autos freizuhalten) und Nutzung der Busspuren für Fahrgemeinschaften. Zudem müsse das Jahrmarktgelände weiter als kostenloser Pendler-Parklatz zur Verfügung stehen.
Diese Wünsche seien jedoch alles andere als ideal, glaubt Verkehrsexperte Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ): „Wenn es bequem gemacht wird, das Auto zu nehmen, dann wird häufiger Auto gefahren, Staus und Parkplatzprobleme sind dann die Folge.“ Viel zielführender sei es, eine Citymaut anzudenken: „In Stockholm, Göteborg, Trondheim oder auch in Mailand trägt so eine City-Maut dazu bei, Staus zu vermeiden. Und sie bringt dort Einnahmen, die für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Verbesserung der Rad-Infrastruktur verwendet werden. In allen Städten war nach Einführung die Zustimmung zur City-Maut deutlich höher als vorher. Auch das ist ein Indiz, dass die City-Maut ein wirksames Instrument ist.“

gegen-den-stau.at
www.vcoe.at

 

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