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KPÖ: Linzer „Abrisswut“ soll gestoppt werden

9. März 2023
in Linz, Politik
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In Linz wird mit alten Gebäuden wenig sensibel umgegangen, es regiert die Abrissbirne. Die Linzer KPÖ-Fraktion fordert nun eine Nachschärfung der oberösterreichischen Bauordnung. Konkret soll der Abriss von Gebäuden, die vor 1945 errichtet wurden, erst nach einer ausdrücklichen Bewilligung zugelassen werden. Ein entsprechender Antrag wurde für die nächste Gemeinderatssitzung eingebracht.

In Linz gibt es derzeit 554 denkmalgeschützte Objekte die einem besonderen Schutz unterliegen. Auf nicht Denkmalgeschützte Gebäude trifft dieser Schutz aber nicht zu. Zwar sieht die oberösterreichischen Bauordnung vor, das die Baubewilligung auch zu untersagen ist, wenn die Instandhaltung wirtschaftlich vertretbar und an der Erhaltung für ein erhaltenswerten Ortsbildes ein öffentliches Interesse besteht.

In der Praxis hat diese rechtliche Vorgabe aber in Vergangenheit, wie viele Beispiele in Linz zeigen, zu keiner wesentlichen Einschränkung der Abbruchtätigkeiten geführt. In anderen Bundesländern, etwa Wien, ist der Erhalt von historischen Gebäuden durch die rechtlichen Bestimmungen besser geschützt. Auch in Salzburg und Graz gibt es für bestimmte Zonen einen strengeren Schutz. In Oberösterreich sollten deshalb die rechtlichen Bestimmungen in der Bauordnung nachgeschärft werden, um den Erhalt historischer Bausubstanz bzw. Schutz vor Abriss und Vorrang für Sanierung wirksamer umzusetzen.

„Aus Gründen des öffentlichen Interesses sollte deshalb die Sanierung bestehender Bausubstanz einem Neubau – wenn möglich und sinnvoll – vorgezogen werden“

Michael Schmida / KPÖ

„Klima-Check“ vor Abriss und Neubau
Außerdem fordert die KPÖ-Fraktion in der Resolution auch für Gebäude, die nach 1945 errichtet wurden und keinen bauhistorischen Wert aufweisen, einen besseren Schutz. Ein Abriss sollte erst nach Begutachtung von ökologischen Gesichtspunkten erteilt werden. So soll mit einem „Klima-Check“ die Ökobilanz überprüft werden, die bei Abriss und Neubau entstehen. Gemessen werden soll, ob die Emissionen und der Energieaufwand für die Sanierung bei Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes niedriger sind als bei einem Neubau.

KPÖ-Gemeinderat Michael Schmida: „Auch beim Bauen sollte auf die Bedeutung von Ressourcenschonung und Klimaschutz geachtet werden. Jeder Neubau ist umwelt- und klimaschädlich und mit hohen Emissionen und Energieaufwand von der Herstellung und Errichtung bis zur Entsorgung verbunden. Außerdem sind die Mieten in Altbauwohnungen in der Regel günstiger. Aus Gründen des öffentlichen Interesses sollte deshalb die Sanierung bestehender Bausubstanz einem Neubau – wenn möglich und sinnvoll – vorgezogen werden.“

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