Die Turbulenzen am Linzer Flughafen reißen nicht ab: Auch 2026 dürfte der Airport tiefrote Zahlen schreiben. Erwartet wird erneut ein Defizit von rund acht bis neun Millionen Euro. Gleichzeitig schrumpft das Flugangebot weiter. Nach dem vorläufigen Aus der Ryanair-Verbindung nach London im Herbst wird nun auch der Winterflugplan deutlich ausgedünnt. Besonders kräftig trifft es die Ägypten-Flüge.
Während andere österreichische Regionalflughäfen wie Salzburg, Graz oder Innsbruck bei den Passagierzahlen wieder zulegen konnten, entwickelte sich Linz zuletzt in die andere Richtung. Im ersten Halbjahr 2026 wurden lediglich 93.706 Passagiere gezählt – ein Rückgang um 15,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Auch wirtschaftlich bleibt die Lage angespannt. Für das Gesamtjahr wird erneut mit einem Verlust von rund acht bis neun Millionen Euro gerechnet. Damit dürfte sich die Serie hoher Defizite fortsetzen.
London fällt im Herbst weg
Zusätzlich gibt es Rückschläge beim Flugangebot. Die von Ryanair bediente Verbindung nach London-Stansted wird im Herbst bis auf Weiteres eingestellt. Damit verliert Linz ausgerechnet im Winterhalbjahr eine der wenigen europäischen Städteverbindungen abseits des Drehkreuzes Frankfurt.
Ägypten-Angebot massiv zusammengestrichen
Nun folgt der nächste Dämpfer: Auch das ursprünglich recht ambitioniert geplante Winterangebot nach Hurghada wird kräftig reduziert. Corendon Airlines und die beteiligten Reiseveranstalter waren ursprünglich mit drei Flügen pro Woche zwischen Linz und Hurghada in die Planung für den Winter 2026/27 gegangen. Der jeweils für Dienstag vorgesehene Flug verschwand allerdings schon früh aus den Buchungssystemen.
Jetzt folgt eine weitere Kürzung: Wegen der offenbar deutlich hinter den Erwartungen liegenden Nachfrage werden 22 zusätzliche Flüge gestrichen. Das entspricht einer Kapazität von insgesamt 4.158 Sitzplätzen, die am Linzer Flughafen zusätzlich wegfällt.
Zwischen Ende November 2026 und März 2027 bleibt damit grundsätzlich nur noch eine Hurghada-Verbindung pro Woche übrig. Lediglich rund um die Weihnachtsferien soll das Angebot größer sein.
Weniger Passagiere, weniger Flüge, hohe Verluste
Damit verschärft sich ein grundsätzliches Problem: Der Flughafen braucht dringend zusätzliche Passagiere und ein attraktiveres Flugangebot, gleichzeitig verschwinden Verbindungen oder werden reduziert.
Frankfurt-Flug: Jeder Passagier wird mit 375 Euro bezuschusst
Besonders brisant ist das angesichts der erheblichen öffentlichen Mittel, die derzeit in die Absicherung und Weiterentwicklung des Flughafens fließen. Allein für die neue Frankfurt-Verbindung sind durch eine Initiative von Landesrat Markus Achleitner bis 2030 öffentliche Unterstützungen von insgesamt rund 36 Millionen Euro vorgesehen – oder neun Millionen Euro pro Jahr. Bei einer durchschittlichen Auslastung von 25 bis 30 Prozent, wie diese teilweise maximal erreicht wurde (das ergäbe um die 12.000 Passagiere pro Jahr), entspricht das einem Zuschuss von etwa 375 Euro Steuergeld pro verkauften Sitzplatz.















