Tierschutz ist wichtig, und über Sinn und Unsinn von Lebendtiertransporten über Tausende Kilometer kann und soll diskutiert werden. Nur sollte dabei sauber getrennt werden, wer für einen Transport verantwortlich ist und welche Rolle der Flughafen Linz dabei tatsächlich spielt. Der Linz Airport ist nicht Eigentümer der Rinder und auch die ausführende Frachtfluggesellschaft gehört nicht dem Flughafen. Der Airport stellt Infrastruktur bereit und fertigt einen Transport als Auftrag ab, der nach den derzeit vorliegenden Informationen behördlich kontrolliert wurde und bei dem vom Amtstierarzt nichts beanstandet wurde. Schön ist das nicht, aber dennoch um Welten besser als ein Transport per LKW oder Schiene, der neun bis zwölf Tage dauern würde – und nicht ein paar Stunden wie in einer Großraum-Frachtmaschine.
Wer den ohnehin wirtschaftlich angeschlagenen Linz Airport so wie Kaineder, der auch immer wieder gegen diverse Flugverbindungen auftrat, weiter schwächen will, muss tatsächlich nur so weitermachen: Heute sind es Rinder, morgen könnte es eine andere Fracht sein, die politisch unerwünscht ist. Am Ende wird aus einem Flughafen mit einem wichtigen und überlebensnotwendigen Frachtstandbein ein Betrieb, bei dem potenzielle Kunden nie wissen, ob ihr Auftrag neben den gesetzlichen Vorgaben auch noch eine (politische) Gesinnungsprüfung bestehen muss.
„Airport-Hasser“ Kaineder fällt diesbezüglich nicht das erste Mal auf: Bereits am 28. April 2020 wandte sich Kaineder gegen eine politische Stärkung der Regionalflughäfen.
Besonders widersprüchlich wirkt das, weil Kaineder erst vor wenigen Monaten selbst den Verlust von Frachtflügen beklagte und die Luftfracht als profitable Seite des Airports hervorhob. Die Forderung nach einem politischen Eingriff in einzelne Frachtaufträge erscheint nicht nur deshalb absurd.
Beim konkreten Transport sollte man die „Kaineder-freundliche“ Alternative nicht ausblenden: Zwischen Oberösterreich und Turkmenistan liegen etwa 5.700 Straßenkilometer. Würden die Tiere statt eines vierstündigen Fluges (die Flugstrecke beträgt lediglich 3.700 Kilometer) den gesamten Weg ohne großes mediales Aufsehen in neun bis zwölf Tagen per LKW zurücklegen, wäre das um einiges grauslicher und inhumaner.
Es ist nachvollziehbar und auch richtig, dass Kaineder Lebendtiertransporte kritisiert. Wenn er es ernst meint, dann sollten er und seine auf EU-Ebene durchaus mächtigen Grünen entsprechende Gesetze gegen Lebendtiertransporte erwirken, aber nicht schon wieder auf den Linz Airport hindreschen.
„Attraktive Städteziele und Hubs wie Berlin (460 km), Paris (860 km), Bari (810 km/Ryanair!), Zürich (430 km), Brüssel (760 km), Warschau (650 km) oder Frankfurt (460 km) wären gemäß Kaineder für Linz de facto „verboten“.
„Airport-Hasser“ Kaineder fällt diesbezüglich nicht das erste Mal auf: Bereits am 28. April 2020 wandte sich Kaineder gegen eine politische Stärkung der Regionalflughäfen. Die Grünen OÖ schrieben damals unter Berufung auf VCÖ-Daten, dass 35 Prozent der Flüge auf Strecken unter 800 Kilometern stattfinden. Kaineder argumentierte, viele Kurzstrecken könnten durch schnelle Bahnverbindungen ersetzt werden: „Fliegen muss künftig das Verkehrsmittel für die Langstrecke werden.“ Heißt: Attraktive Städteziele und Hubs wie Berlin (460 km), Paris (860 km), Bari (810 km/Ryanair!), Zürich (430 km), Brüssel (760 km), Warschau (650 km) oder Frankfurt (460 km) wären gemäß Kaineder für Linz de facto „verboten“.
Elternhefteintrag Stefan Kaineder: Ständig auf den Linz Airport hinhauen, selber aber absolut nix Brauchbares zur Zukunft des Flughafens vorzulegen oder beizutragen: Nicht genügend. Abflug, Stefan!















