• 🚧 Auch Hauptplatz-Umbau aufgeschoben!
Der nächste Termin in Linz hält nicht: Die für April 2027 angekündigte Neugestaltung des Hauptplatzes startet nicht wie geplant.
Grund sind laut Stadt noch offene rechtliche und vertragliche Fragen rund um die Tiefgarage. Diese müssten vor Ausschreibung und Baustart mit dem Betreiber geklärt werden. Bürgermeister Dietmar Prammer betont zwar: „Die Neugestaltung des Hauptplatzes wird umgesetzt.“ Nur wann tatsächlich die Bagger auffahren, ist derzeit offen. Einen neuen Zeitplan gibt es erst, wenn die Vereinbarungen abgeschlossen sind.
👉 Dabei ist das Projekt längst weit fortgeschritten: Ein EU-weiter Wettbewerb wurde durchgeführt, 3:0 Landschaftsarchitektur aus Wien setzte sich gegen 33 andere Einreichungen durch, die Gestaltung steht grundsätzlich fest.
Und trotzdem heißt es nun wieder: warten.
👉 Nach jahrelangen Diskussionen um die Neugestaltung des wichtigsten Platzes der Stadt ist damit auch der für April 2027 angekündigte Baustart Geschichte. Besonders bemerkenswert: Nicht unvorhersehbare Bauprobleme sorgen für die Verzögerung – sondern rechtliche und vertragliche Fragen, die noch vor dem ersten Spatenstich geklärt werden müssen.

Renderings: 3.0 Landschaftsarchitektur
Dienstag, Oktober 6, 2026
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Ab in den Untergrund: Linz von unten erleben

15 Kilometer Luftschutzstollen für 90.000 Menschen sind bis heute komplett erhalten

6. Oktober 2026
in Freizeit, Linz, Unterwegs
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Dunkel, kühl und voller Geschichte: Bei einer Führung mit den Austria Guides geht es in den Limonistollen unter dem Bauernberg – und damit in eine weitgehend verborgene Welt unter Linz. Einst fanden in den Luftschutzanlagen der Stadt 90.000 Menschen Schutz vor den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs.

Wer heute durch den Bauernbergpark oder über den Freinberg spaziert, ahnt kaum, was sich unter seinen Füßen verbirgt. Die Hügel westlich der Linzer Innenstadt sind von einem weitläufigen System aus Kellern und Stollen durchzogen. Rund 15 Kilometer Tunnel in 14 Linzer Stollenanlagen gelten als dokumentiert, bei weiteren Anlagen sind Verlauf und Ausdehnung teilweise bis heute nicht vollständig geklärt.

Die Geschichte dieser unterirdischen Welt begann lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Keller im Sandstein wurden unter anderem zur Lagerung von Bier und Wein genutzt. Mit den immer heftigeren Luftangriffen auf Linz während des Zweiten Weltkriegs bekamen die Anlagen jedoch eine völlig neue Bedeutung: Bestehende Keller wurden erweitert, neue Stollen in die Berge getrieben und zu riesigen Luftschutzanlagen ausgebaut.

Einige der Stollen sind mit massiven Ziegelbögen ausgestattet. (Foto: Redaktion)

Schutz für rund 90.000 Menschen
Die Dimension war gewaltig: Gegen Ende des Krieges sollen die Linzer Luftschutzstollen und -keller insgesamt Platz für rund 90.000 Menschen geboten haben. Wenn die Sirenen vor den alliierten Bomberverbänden warnten, suchten Zehntausende unter der Erde Schutz. Der Limonistollen unter dem Bauernberg war Teil dieses Systems. Heute kann man einen Teil dieser unterirdischen Welt bei Führungen kennenlernen – und bekommt dabei eine Vorstellung davon, was es bedeutet haben muss, während eines Luftangriffs mit vielen anderen Menschen tief im Berg auszuharren.

Einblicke in das Linzer Stollensystem. (Fotos: Redaktion)

Die dunkle Seite der Stollen
Doch die Anlagen waren nicht nur Schutzräume. Ihre Entstehung ist eng mit einem der dunkelsten Kapitel der Linzer Geschichte verbunden. Beim Ausbau setzte das NS-Regime Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ein. Im Februar 1944 wurden die ersten 100 Häftlinge des KZ Mauthausen nach Linz gebracht, um an den Luftschutzanlagen am Bauernberg zu arbeiten. Dafür wurde das KZ-Außenlager Linz II eingerichtet, das sich im Märzenkeller am Beginn der Bockgasse befand. Der höchste dokumentierte Häftlingsstand dieses Lagers lag bei 285 Menschen. Beim gesamten Linzer Stollenbau war die Dimension der Zwangsarbeit noch wesentlich größer. Historische Aufzeichnungen für mehrere beteiligte Baufirmen dokumentieren, dass 1944 Tausende Menschen im Schichtbetrieb für die Arbeiten eingesetzt wurden.

14 Anlagen mit 15 Kilometern Stollenlänge: 90.000 Menschen fanden hier einst Platz. (Foto: Redaktion)

Mit Taschenlampe in den Bauernberg
Heute ist ein Großteil dieser unterirdischen Welt normalerweise nicht zugänglich. Umso spannender sind die zeitgeschichtlichen Führungen mit speziell ausgebildeten Austria Guides, bei denen Besucher in den Limonistollen hinabsteigen. Dabei geht es nicht nur um Jahreszahlen und technische Details. Die Guides erzählen vom Alltag während der Luftangriffe, von der Bedeutung der Stollen für die Bevölkerung, vom Ausbau während der NS-Zeit und von den Menschen, die zur Arbeit unter Tage gezwungen wurden. Auch die Atmosphäre trägt ihren Teil bei: lange dunkle Gänge, hohe Luftfeuchtigkeit, kühle Temperaturen und unebener Boden prägen die Szenerie.

Unser Linz-Tipp
Wer glaubt, seine Stadt bereits gut zu kennen, wird eine ziemlich beeindruckende Überraschung erleben. Nur wenige Meter unter Parks, Straßen und Häusern beginnt eine zweite, weitgehend unsichtbare Ebene von Linz. Die Führung durch den Limonistollen ist deshalb weit mehr als ein außergewöhnlicher Ausflug in den Untergrund. Sie verbindet Abenteuergefühl mit Stadt- und Zeitgeschichte und erinnert zugleich daran, welchen Preis der Bau dieser Anlagen während der NS-Diktatur hatte. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind empfehlenswert – und auch eine Taschenlampe sollte mitkommen. Helme werden vor Ort zur Verfügung gestellt. Alle aktuellen Termine, weitere Informationen und die direkte Anmeldung zu den Führungen gibt es unter www.limonistollen.at/termine

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