Groß war die Aufregung, als medial bekannt wurde, was ohnehin jeder wusste: dass große heimische Profiklubs viele stadt- und landesnahe Unternehmen als Sponsoren in ihrem Portfolio haben. Über drei Millionen Euro gibt’s auf diesem Weg pro Jahr für den FC Blau-Weiß Linz, gar über vier für den LASK. Was vergessen wird: Linz ist da keineswegs ein „Einzelfall“. Und es ist ja nicht so, dass diesen Summen keine Gegenleistungen gegenüberstünden. Unser Kommentar der Woche.
Ja, es mag ein österreichisches Unikat sein, dass die Profiklubs so stark am Tropf dieser mehr oder weniger stadt-/landesnaher Partner hängen. Dennoch sind diese Firmen meist eigenständige Unternehmen und durchaus erfolgreich am Markt tätig. Warum also nicht etwas zurückgeben in Form von Sponsorings – diese Gelder sind ja sowieso im entsprechenden Budget kalkuliert.
Und wer jetzt auf die beiden Linzer Klubs losgeht: Schau nach in Wien, nach Graz oder anderswo hin: Die Wien Energie ist Partner bei Rapid Wien; die Wien Holding bei Austria Wien; die Graz Holding, die Energie Graz und die Energie Steiermark sind bei Sturm Graz an Bord; und selbst bei WSG Wattens sind Tirol Gas, die TIWAG und die Hypo Bank Tirol als (sehr) landesnahe Großsponsoren zu finden. Auch die HC Linz-Handballer oder die Black Wings-Eishackler könnten nie im Leben auf so einem Niveau spielen, hätten sie nicht Partner wie die LIWEST oder die LINZ AG an ihrer Seite.
Ganz abgesehen davon erfüllen große Profiklubs eine ungeheure Vorbild- und soziale Funktion. Sie sind so etwas wie ein öffentlicher Nahversorger mit Sport, Freizeit, Unterhaltung, Zusammenhalt, sinnstiftend. Und unter dem Strich sind es vergleichsweise Peanuts zu jenen Beträgen, die in die Kultur und in die (viel zu vielen) Bühnen, Museen und oft fragwürdigen Kulturvereine fließen. Gegenalternative wäre, diese Sponsoren ziehen sich alle zurück. Dann gehen spitzensportmäßig im Zentralraum aber die Lichter aus.
Und noch ein Wort zur SV Ried, die sich angesichts erwähnten Summen benachteiligt fühlt und auf diese Weise lediglich Gelder im mittleren sechsstelligen Bereich lukriert: Es ist ja nicht so, dass den Sponsorgeldern keine Leistungen gegenüberstünden. Das Einzugsgebiet rund um Linz (im Ballungsraum Linz-Wels-Steyr leben über 700.000 Menschen) ist halt auch für Sponsoren interessanter und um eine Zehnerpotenz reichweitenstärker als das beschauliche Ried mit 12.766 dort lebenden Menschen. Mit einem nackten vergleich der Zuschauerzahlen ist es nicht getan, die große Breite und Öffentlichkeit läuft medial.
Und wer sich so wie die Innviertler nicht entsprechend zu Wort meldet, Klinken putzt und auch gewinnende Sponsorenkonzepte vorlegt, kommt halt ebenfalls zu kurz. Oder: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

























