Hatten Sie im Zug von Linz nach Wien auch schon mal eine „Stehpartie“? Die Feiertage haben’s wieder mal gezeigt: Ohne Sitzplatzreservierung geht bei den immer öfters überfüllten Zügen nix mehr, berichten uns mehrere Leser. Für Ärger sorgt dabei die Zusatzgebühr von 3 Euro, die die ÖBB einhebt, während man bei der privaten Westbahn einen fixen Sitzplatz kostenlos mit dabei hat. Und selbst das ist keine Garantie für einen Sitzer…
Das ist tatsächlich kaum erklärbar: Während ein Fix-Sitzplatz bei der Westbahn kostenlos inkludiert ist, drückt man bei den ÖBB dafür 3 Euro ab. Mit der BahnCard kostet eine Fahrt nach Wien mit der ÖBB um die 20 Euro, eine zusätzliche (und eigentlich fast schon zwingend notwendige) Sitzplatzreservierung bringt in diesem Fall zusätzliche Kosten von 15 Prozent. Die ÖBB macht sich damit ein beträchtliches Körberlgeld. Über 510 Millionen Fahrgäste beförderte das Unternehmen im Vorjahr. Haben nur 25 Prozent eine Sitzplatzreservierung getätigt, macht das Einnahmen von über 500 Millionen Euro aus.
Was vielen Reisenden ebenfalls sauer aufstößt: Bei bummvollen Zügen ist der reservierte Platz (so man diesen überhaupt erreicht) oft schon von irgendjemand belegt. Was bleibt, ist ein Streit mit dem anderen Fahrgast oder einen Schaffner beizuziehen, der sich bei übervollen Gängen aber meist gar nicht blicken lässt oder höchstens mit den Achseln zuckt.
Kommentar
Dass man trotz gültigem Fahrticket keinen Sitzplatz im Zug hat, kommt immer öfters vor und regt verständlicherweise auf: Man zahlt für eine Leistung, die man dann nicht oder nur am Boden vor der Klotür sitzend in Anspruch nehmen kann.
Die private Westbahn (wo direkt bei der Buchung ein kostenloser Sitzplatz reserviert werden kann) zeigt vor, dass es auch anders ginge – wenn man denn will. Aber Kundenservice und die ÖBB fahren leider nach wie vor in entgegengesetzte Richtungen…
Bildkomposition: ÖBB/Linza
























