Sommer in Linz? Ruhig war’s nicht, gut so. Eine großartige Sache – trotz der bekannten üblichen Kleingeister, die gegen jeden und alles sind – war etwa das Linzer Kronefest, das gestern zu Ende ging. Ein dichtes Programm mit einem sensationellen Top-Act, John Newman, sorgte für Begeisterung. Ein dickes Thumbs-up an die Kollegen der Kronen Zeitung, auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ein so großes Fest mit freiem Eintritt für alle zu organisieren.
Auch sonst war dieser Sommer ganz gut aufgestellt mit Events und Veranstaltungen. Statt dem LIDO Sounds legte am anderen Donauufer das Ahoi! Pop-Festival, organisiert vom Posthof, an. Coole Location, Top-Stimmung. Fein wäre es gewesen, statt (nur) zwei Acts ein paar Termine mehr auf die Bühne zu bringen. Pizzeria & Jaus waren ganz nette Headliner, sind aber zu oft und zu überall präsent. Querpass zum Kronefest: Ein zusätzlicher DJ-Event würde perfekt zur Bühne direkt an der Donau passen.
2027 wird’s weniger gemütlich
Politisch gewohnt ruhig ging’s in Linz und Oberösterreich in der Sommerpause zu. 2027, im Wahljahr, wird das anders. Gut möglich, dass erstmals seit 1945 kein schwarzer (Türkis gibt’s ja nimmer) Hintern den Landeshauptmann-Sessel füllt. Die Umfragen geben diesbezügliche Spekulationen jedenfalls her. Fürchten muss sich vor so einem Szenario niemand, zu angepasst (das kann man positiv oder negativ sehen) haben sich die Blauen an die realpolitischen Zustände im Land. Kickelig geht es nur mehr in der Bundespolitik zu, in Salzburg, der Steiermark und in Oberösterreich gab es bislang keine blauen Wunder.
Die unendliche Geschichte des Klaus L.
Doch kein Freispruch für Luger: Die Staatsanwaltschaft Linz hat nach dem Freispruch für den Linzer Ex-Bürgermeister Berufung angemeldet. Das Verfahren, in dem es eigentlich um fast gar nix mehr geht, zieht sich in die Länge. Schön langsam muss man grasserianische Verhältnisse befürchten, was die weitere Dauer des Prozesses angeht. Irgendwann sollte man es gut sein lassen. Luger musste für seine Dummheit schon mehr als genug bezahlen. Statt eines würdigen, großen Abschieds aus der Stadtpolitik hat sich zuletzt sogar seine eigene Partei von ihm abgewandt. Man kann Klaus Luger mögen oder nicht: Seine Leistungen für die Stadt Linz haben Gewicht. Man denke nur an die Zwei-Stadien-Lösung, die nicht nur Blau-Weiß Linz, sondern auch dem LASK die Basis für eine solide, dauerhafte Zukunft ermöglichte.
Zwei Stadien, zwei Tabellenführer
Apropos Fußball: Angelaufen ist die neue Meisterschaft und sowohl oben (Bundesliga) als auch unten (Liga Zwa) hat Linz die Nase vorn. Ob das ohne die beiden neuen Arenen auch möglich gewesen wäre? Never.
Heißer Sommer, überhitzte Schlagzeilen
Einfach nur noch mühsam waren die letzten Wochen nicht nur wegen der heißen, trockenen Tage, sondern vor allem wegen der Berichterstattung drumherum. Jeden Tag wurde der bereits eingeläutete Weltuntergang versprochen, wenn es nicht in den nächsten drei Tagen regnen würde. Und wenn es dann doch mal tröpfelte (mitunter auch recht ergiebig), war es entweder „viel zu wenig“ oder grundsätzlich verkehrt, weil der trockene Boden ja sowieso keine Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Armageddon vertagt
Ja, der Klimawandel läuft und hat auch sichtbare Auswirkungen auf die Natur. Die kann aber mit Mängeln dieser Art relativ gut umgehen. Der Weltuntergang muss wohl noch warten, obwohl ihn sich so manche grüne Politiker fast schon herbeisehnen, um triumphierend mit einem „Ich hab’s euch ja gesagt“ als Last Man Standing als Letzter zu verbrutzeln.















