300 Sparvorschläge, externe Berater und eine ganztägige Klausur: Linz wollte am Donnerstag den Weg aus der Finanzmisere suchen. Am Ende gab es vor allem gegenseitige Schuldzuweisungen und weitere Prüfaufträge. Konkrete Einsparungen? Fehlanzeige. Dabei fehlen mittelfristig rund 65 Millionen Euro.
65 Millionen Euro müssen her
Die Dimension des Problems ist bekannt: Laut Beratungsgesellschaft BDO braucht Linz mittelfristig eine Ergebnisverbesserung von rund 65 Millionen Euro. Der Maastricht-Schuldenstand der Stadt lag Ende 2025 laut ÖVP bereits bei 1,591 Milliarden Euro.
Eigentlich sollte die Budgetklausur Klarheit bringen. Rund 300 Sparvorschläge lagen auf dem Tisch. Doch nach einem ganzen Sitzungstag wurde kaum eine konkrete Einsparung festgezurrt.
Streit statt Sparbeschlüsse
Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) spricht dennoch von „wesentlichen Grundlagen“ für die weitere Konsolidierung. Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber wirft der ÖVP vor, ihre Vorschläge nicht wie vereinbart vorab priorisiert zu haben.
Die ÖVP kontert: Die SPÖ sei ohne konkretes Sparziel und ohne erkennbare Strategie in die Klausur gegangen. Vizebürgermeister Martin Hajart kritisiert, dass Vorschläge zerredet worden seien, statt Entscheidungen zu treffen.
Auch die Grünen ziehen eine ernüchternde Bilanz. Stadträtin Eva Schobesberger bringt es mit „Viel Aufwand, kein Ergebnis“ auf den Punkt. FPÖ-Stadtrat Michael Raml kritisiert wiederum, dass bei vielen Punkten lediglich weitere Prüfungen vereinbart wurden.
300 Ideen – aber wo sind die Entscheidungen?
Das eigentliche Problem ist damit auch nach der Klausur dasselbe: An Sparvorschlägen mangelt es nicht, an politischen Entscheidungen schon. Nun folgen im Oktober weitere Budgetgespräche, im November soll der Budgetentwurf stehen. Am 17. Dezember soll der Gemeinderat das Budget 2027 beschließen.
















