Es sit eine Zahl die aufwühlt und erschreckt: 995 Menschen sollen im Sommer 2026 in Österreich an Hitze gestorben sein. Die Zahl wirkt eindeutig und absolut, sie ist es nicht. Denn die AGES (Österr. Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hat keine einzelnen tatsächlichen Hitze-Todesfälle gezählt, sondern eine Schätzung abgegeben – 995 hitzeassoziierte Tote von Juni bis August. Das 95-Prozent-Unsicherheitsintervall reicht von 625 bis 1.276. Zwischen diesen Werten liegen 651 Menschen. Der obere Wert ist mehr als doppelt so hoch wie der untere. Auch die Berechnungsart dieser „Schätzung“ (die auch ganz offiziell als eine solche bezeichnet wird) lässt Fragen offen.
Hitze wird auf Totenscheinen selten als Ursache angegeben. Deshalb arbeitet die AGES mit der Übersterblichkeit. Sie vergleicht, wie viele Menschen in besonders heißen Wochen über dem erwartbaren Durchschnitt gestorben sind, und setzt das in Beziehung zu den Temperaturen. Das Modell nutzt die „gefühlte Temperatur“ – also Lufttemperatur, Feuchtigkeit und Wind. Dazu kommen verzögerte Effekte: Hitze kann bestehende Erkrankungen auch noch Tage später verschlimmern. Das Ergebnis ist eine statistische Annäherung, keine Liste konkreter Fälle.
In vielen Berichten bleibt dennoch vor allem die veröffentlichte Zahl 995 stehen, die Bandbreite tritt in den Hintergrund oder wird überhaupt nicht erwähnt. Aus einer Schätzung mit deutlicher Unsicherheit wird leicht der Eindruck einer feststehenden Zahl. Kurz gesagt: Es handelt sich um eine modellierte Annäherung auf Basis von Übersterblichkeit in heißen Perioden – keine Liste mit konkreten, medizinisch als Hitzetod diagnostizierten Fällen.
Noch „hitziger“ geht man mit dem Thema Hitzetote in Deutschland um: Obwohl die Einwohnerzahl bei unseren Nachbarn nur etwa neunmal so hoch ist, hat das Robert Koch-Institut (RKI) für den Sommer 2026 rund 16.000 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt – also 16mal so viel wie i Österreich. Auch das zeigt, dass derlei Schätzungen durchaus auch politisch motiviert sein könnten. In Deutschland ist man im Vergleich zu Österreich weit intensiver (manche sagen hysterischer) mit dem Thema „Klimawandel“ beschäftigt, alle Parteien verfolgen eine restriktive Klimapolitik.
















