Wer das alte Linz nicht nur sehen, sondern beinahe erleben möchte, bekommt dazu in den kommenden Wochen gleich mehrfach Gelegenheit: Anlässlich der Neuerscheinung des Buches „Zeitreise ins alte Linz“ und des historischen Linz-Kalenders 2027 lädt Heimatforscher und Buchautor Manfred Carrington zu sieben Vortragsabenden. Jeweils um 19 Uhr führt Carrington am 14. und 28. Oktober, am 4., 11. und 18. November sowie am 2. und 9. Dezember multimedial bei freiem Eintritt durch ein Linz, das längst verschwunden ist – mit historischen Fotografien, Geschichten und verblüffend lebendigen Filmsequenzen.
Hinter dem Projekt steht vor allem der Ebelsberger Manfred Carrington, der sich seit vielen Jahren mit enormem Aufwand der Linzer Stadtgeschichte widmet. Was Carrington dabei an historischem Bildmaterial zusammenträgt, recherchiert, zuordnet und für kommende Generationen dokumentiert, ist bemerkenswert. Gerade alte Fotografien sind häufig weit mehr als hübsche Ansichten einer verschwundenen Stadt: Erst wenn Aufnahmeort, Zeitpunkt, abgebildete Menschen und die Geschichte hinter einem Bild erforscht werden, entsteht daraus ein historisches Dokument – wie sein neues Buch „Zeitreise ins alte Linz“. Rund 250 historische Fotografien aus den letzten Jahrzehnten der Monarchie wurden mit sorgfältig recherchierten Geschichten und Hintergründen verbunden.
Die einzigartige Zeitreise führt vom Stadtzentrum über Urfahr und den Pöstlingberg bis nach Kleinmünchen und Ebelsberg – ein außergewöhnliches Bucherlebnis für alle, die Linz und seine Geschichte neu entdecken möchten. Es zeigt Handwerker beim Bau des Mariendoms, bei der Arbeit an der neuen Donaubrücke oder in der Schiffswerft. Es beschreibt die Linzer Garnison mit ihren mehr als 3.000 stationierten Soldaten oder das Linzer Volksfest, das einst Besucher aus nah und fern in Scharen anzog. Auch prägende Ereignisse wie das Hochwasser von 1899 oder der Kaiserbesuch von 1903 werden eindrucksvoll wieder lebendig. Zu sehen sind die ersten dampfenden Eisenbahnloks, die Entwicklung der Donaudampfschifffahrt, die ersten Skirennen am Pöstlingberg, die neue Straßenbahn, die zunächst noch von Pferden gezogen wurde, und die erste Fahrt mit der Bahn auf den Pöstlingberg.
Mehr als 250 Bilder aus dem alten Linz
„Zeitreise ins alte Linz“ konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Zeit zwischen 1860 und 1914. Die Aufnahmen stammen damit aus einer Epoche, in der sich Linz stark veränderte und gleichzeitig die Fotografie erstmals zu einem wirklichen visuellen Gedächtnis der Stadt wurde. Straßen, Plätze, Menschen und besondere Ereignisse konnten nun mit einer Genauigkeit dokumentiert werden, die Gemälde und Lithografien zuvor nicht ermöglicht hatten.
Carrington widmet sich deshalb auch den Pionieren der Linzer Fotografie. Aus den anfangs streng arrangierten Atelierporträts entwickelte sich nach und nach eine Dokumentation des öffentlichen Lebens: Fotografen gingen hinaus auf Straßen und Plätze und hielten damit eine Stadt fest, deren Erscheinungsbild heute teilweise kaum wiederzuerkennen ist.
Bemerkenswert ist auch der technische Aufwand. Die alten Aufnahmen wurden aufwendig digitalisiert und restauriert und anschließend im Duplex-Offsetdruck mit Hochfrequenzraster reproduziert. Dadurch werden Details sichtbar, die bei historischen Fotos häufig verloren gehen: Gesichter, Kleidung, Fassaden und ganze Straßenszenen treten ungewöhnlich klar hervor.
Wenn aus einem alten Foto plötzlich ein Film wird
Carrington und sein Team gehen aber noch einen ungewöhnlichen Schritt weiter. Mehr als 140 Fotografien können über QR-Codes auf dem Smartphone als farbige, bewegte Filmszenen erlebt werden. Mediendesigner Jürgen Oman hat auf Grundlage der historischen Aufnahmen Sequenzen geschaffen, die das alte Linz regelrecht in Bewegung versetzen.
Plötzlich holpern Kutschen über die Landstraße, Pferdetramways fahren durch die Stadt und Dampfschiffe ziehen über die Donau. Auch Handwerker am Mariendom, beim Bau der Donaubrücke oder in der Schiffswerft werden wieder lebendig. Selbst historische Ereignisse wie das Hochwasser von 1899 oder der Kaiserbesuch von 1903 werden auf diese Weise neu erfahrbar. Das Buch umfasst 232 Seiten im Format 26 × 18 Zentimeter und kostet 39,90 Euro. Beigelegt ist außerdem ein 68 × 54 Zentimeter großer historischer Stadtplan von Linz und Urfahr aus dem Jahr 1909.
Auch der Linz-Kalender 2027 wird zur Zeitreise
Parallel zum Buch erscheint der historische Kalender „Zeitreise ins alte Linz 2027“. Seit vielen Jahren veröffentlicht Schuhmacher und Museumsbetreiber Siegfried Hain einen Linz-Kalender. Für die neue Ausgabe arbeitet er mit Carrington und Jürgen Oman zusammen. Daraus entstand daraus der bislang aufwendigste Kalender der Reihe. Er enthält 13 historische Aufnahmen im Duplex-Offsetdruck samt recherchierten Geschichten. Auch hier führen QR-Codes zu bewegten historischen Szenen. Zusätzlich gibt es einen Linz-Stadtplan von 1905 sowie zehn Gutscheine für historische Führungen und Linzer Gastronomie. Der Kalender kostet in A3 24,90 Euro, in A4 19,90 Euro.

Sieben Abende für eine Reise ins alte Linz
Die dazugehörigen Vorträge bieten nun die Gelegenheit, diese Arbeit auf großer Leinwand zu erleben. Gastgeber Siegfried Hain lädt ins Schuhmuseum in der Bischofstraße 9a. Manfred Carrington präsentiert dort Buch und Kalender und führt mit historischen Fotografien, recherchierten Geschichten und den animierten Filmsequenzen durch das Linz der Monarchie. Termine: 14. und 28. Oktober, 4., 11. und 18. November sowie 2. und 9. Dezember 2026, jeweils Mittwoch um 19 Uhr. Am 24. Oktober gibt es einen zusätzlichen Vortrag im Volkshaus Pichling statt und am 20. November steigt eine große Präsentation in der Tabakfabrik.
Erster Vortrag: Mittwoch, 14. Oktober 2026, 19 Uhr
Wo: Linzer Schuhmuseum, Bischofstraße 9a
Der Eintritt zum Vortrag ist frei, jedoch wird um eine Reservierung auch für die Folgetermine) gebeten unter:
www.lentia.at/zeitreise
Das neue Buch und der Kalender sind im Schuhmuseum sowie beim Lentia-Verlag in Linz-Pichling erhältlich.















