Alte Sofas, Matratzen und Möbel, die neben Müllplätzen oder einfach am Straßenrand landen, sorgen in Linz immer wieder für Ärger, weil die Voranmeldefristen in Linz mit vier und mehr Wochen, wie Betroffene berichten, viel zu lange sind. FPÖ-Gemeinderätin Patricia Haginger will nun bei der Sperrmüllabholung ansetzen: Kostenlos soll sie weiterhin bleiben – allerdings mit einer garantierten Abholung innerhalb von zwei Wochen. Für besonders dringende Fälle schlägt sie einen kostenpflichtigen 48-Stunden-Expressdienst vor.
Sperrmüll entwickelt sich in Linz zunehmend zum sichtbaren Ärgernis. Immer wieder werden ausgediente Möbel, Matratzen oder andere sperrige Gegenstände im öffentlichen Raum abgestellt. Besonders rund um Müllsammelstellen entsteht so schnell der Eindruck wilder Müllplätze. Für die Stadt bedeutet das zusätzlichen Aufwand – und für Anrainer Ärger. Der Linzer Ordnungsdienst hat bereits mehrere Personen wegen illegal entsorgten Sperrmülls angezeigt, aber das alleine löst das Problem nicht. Haginger will deshalb zwei Dinge miteinander verbinden: strengere Konsequenzen für Müllsünder und gleichzeitig ein unkomplizierteres Angebot für jene, die ihren Sperrmüll korrekt loswerden wollen.
Wer neue Möbel bestellt, kennt das Problem: Man erfährt den Liefertermin meist relativ kurzfristig – und wohin dann mit dem alten Möbeln oder den alten Geräten? Viele Bürger verfügen nicht über das nötige Lieferfahrzeug oder die Mittel, einen Entrümpelungsdienst, der in die hunderte Euros geht (und meist mehr kostet als die neuen Möbel selbst), zu bezahlen. Viele Bürger stellen die Altmöbel dann irgendwo „wild“ ab – nicht zu entschuldigen, wäre aber leicht vermeidbar – bei etwas mehr Kundennähe seitens der LINZ AG.
Kostenlos bleiben – aber schneller werden
Haginger schlägt dafür ein Zwei-Stufen-Modell vor. Die kostenlose Sperrmüllabholung soll bestehen bleiben, künftig allerdings verlässlich innerhalb von maximal zwei Wochen nach Anmeldung erfolgen. „Vier Wochen oder länger im Voraus zu wissen, wann die alte Couch oder der alte Schrank tatsächlich entsorgt werden kann, ist im Alltag oft unrealistisch“, so Haginger. Wer zwei Wochen vorausplanen könne, solle weiterhin nichts bezahlen müssen.

Für Umzüge, kurzfristige Entrümpelungen oder andere dringende Fälle soll zusätzlich eine Expressabholung innerhalb von 48 Stunden angeboten werden. Diese könnte kostenpflichtig sein, wobei sich der Tarif laut Haginger am tatsächlichen Aufwand orientieren soll.
Wien und Oldenburg zeigen andere Modelle
Dass bei der Sperrmüllentsorgung unterschiedliche Modelle möglich sind, zeigt ein Blick über Linz hinaus. In Wien bietet die MA 48 einen kostenpflichtigen Abhol- und Entrümpelungsdienst an. Die Abholung erfolgt laut Stadt grundsätzlich innerhalb von sechs bis 14 Werktagen; die Kosten richten sich unter anderem nach Menge und Aufwand.
„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Für Linz soll das kostenlose Grundangebot erhalten bleiben und lediglich um eine rasche, kostenpflichtige Alternative ergänzt werden.“
Noch näher an Hagingers Vorschlag liegt das deutsche Oldenburg: Dort gibt es neben der regulären Sperrmüllabholung tatsächlich eine Express-Variante. Zuletzt wurden dafür 50 Euro pro Abholung verrechnet, gegenüber 25 Euro für die Standardabholung. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Haginger. Für Linz solle das kostenlose Grundangebot erhalten bleiben und lediglich um eine rasche, kostenpflichtige Alternative ergänzt werden.
Die alte Couch soll nicht auf der Straße landen
Der Ansatz könnte vor allem dort Wirkung zeigen, wo zwischen Entsorgungswillen und illegaler Ablagerung nur noch die Bequemlichkeit entscheidet. Wer wochenlang auf einen Termin warten muss, stellt seinen Sperrmüll deshalb zwar noch lange nicht legal auf die Straße. Je einfacher und schneller eine ordnungsgemäße Entsorgung funktioniert, desto weniger Ausreden bleiben allerdings für wilde Ablagerungen.
















